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| Dreifaltigkeitskirche in Eisfeld | ||
| Projekt |
Denkmalpflegerische Instandsetzung der Dreifaltigkeitskirche in Eisfeld/ Thüringen Wirkungsstätte des Reformators Justus Jonas |
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Bauherr |
Ev. Kirchengemeinde Eisfeld, Kirchplatz, 98673 Eisfeld ![]() |
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| Bauzeit |
September 2009 bis Ende 2010 |
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| Bestand | Der Bau der ursprünglich dem heiligen Nikolaus geweihten
Kirche begann im Jahre 1488 und wurde etwa 1535 beendet. Die aus fein
bearbeiteten grauen Sandsteinquadern errichte Kirche besaß ursprünglich
ein Netzgewölbe. Der einheitlichen Raumwirkung durch drei gleichhoch
gestaffelte Schiffe folgt im Bereich des leicht verbreiterten Mittelschiffes
ein Chor mit spätgotischem Netzgewölbe und polygonalem Abschluss.
In ihrer formalen Ausprägung entspricht die sehr aufwendig gestaltete Kirche ihrer ehemaligen Lage an einer besonders wichtigen Handelsstrasse, die von Venedig über Augsburg, Nürnberg nach Erfurt führte. Im Jahre 1565 erfuhr der über die Jahrhunderte am meisten durch Umbau und Zerstörung beeinträchtigte Kirchturm seine erste Schädigung durch einen Blitzeinschlag. Im Jahre 1601 folgte die Zerstörung durch einen Stadtbrand, dem auch das gotische Netzgewölbe im Kirchenschiff zum Opfer fiel. Erst im Jahre 1651 erfolgte die Fertigstellung der Renaissance Kastendecke. Die Weihung zur Heiligen Dreifaltigkeitskirche erfolgte ebenfalls im Jahre 1651. Die Kirche wurde 1684 im Inneren neu gekalkt, weitere Veränderungen vor allem im Bereich von Öffnungen fanden im 18. Jahrhundert statt. Im Jahre 1889 erfolgten umfangreiche Sanierungsarbeiten im „Stil der Gotik“. Nachdem die Kirche im April 1945 vor allem im Bereich von Turm und Dach durch amerikanischen Beschuss beschädigt wurde, wurde nach Kriegsende der Turm in seinen oberen Stockwerken vollkommen neu aufgebaut.. Im Jahre 1988 wurde nur der Chorraum renoviert, hier wurden dabei zwei Weihekreuze freigelegt. 1991 und 1994 wurden in zwei Bauabschnitten das Mauerwerk des Turmes instand gesetzt. |
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| Problem | Im gesamten Natursteinbereich, besonders bei den wasserableitenden
Bau- und Formteilen, sind schwerwiegende Schadensbilder zu beobachten.
Die tragende Konstruktion der gotischen Lanzettfenster ist in einzelnen
Jochen nur noch als „labiles Gleichgewicht“ zu bezeichnen.
Das Schadenbild setzt sich beim Zustand der bleiverglasten Fenster fort. |
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| Zielstellung | Die evangelische Kirchengemeinde Eisfeld beabsichtigt
die Instandsetzung der Außenhülle ihrer Stadtkirche, der
Dreifaltigkeitskirche Eisfeld. |
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| Kultur und Sportzentrum Beuren | ||
| Projekt |
Kultur und Sportzentrum Beuren |
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Bauherr |
Stadt Leinefelde / Worbis ![]() |
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| Bauzeit |
September 2009 bis Ende 2010 |
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| Bestand | Denkmalgeschützter Fachwerkkomplex aus der Zeit um
1900 als ehemalige Gaststätte und Saalanbau. Während sich in
der ehemaligen Gaststätte seit Jahren ein Bäckerei Verkaufsshop
befindet, wurde der Saalanbau von den regionalen Sportvereinen genutzt.
Die Bausubstanz ist in vielen Bereichen geschädigt, die Gebäude
erreichen in Zustand, Größe und Wärmedämmung nicht
den Mindestanforderungen an die Nutzung. Besondere Herausforderung stellt
die direkte Lage an der Halle – Kasseler Strasse als Landesstrasse
und der angrenzenden Nachbarbebauung dar. Städtebauliche und nachbarrechtliche
Fragestellungen stellen hohe Anforderungen an Planer und Bauherrn. |
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| Planung | Durch die exponierte Lage direkt an der Bundesstraße,
jetzt Landesstraße zwischen Leinefelde und Heiligenstadt, steht
sowohl der moderne Neubau der Sporthalle, als auch die Sanierung der Altbausubstanz
im Fokus der Öffentlichkeit. In einem ersten Bauabschnitt soll der
Saal rückgebaut und durch eine moderne Sporthallenkonstruktion ersetzt
werden. Die ca 330 m2 große Einfeldhalle soll schon aufgrund ihrer
Lage zu einem städtebaulichen Highlight werden. Geplant ist eine
transparente Stahl- Glaskonstruktion mit einer Dachkonstruktion aus sichtbaren
Fischbauchbindern sowie einer Dachterrasse über dem Foyer. In einem zweiten Bauabschnitt geht es um die denkmalgerechte Sanierung der ehemaligen Gemeindebäckerei und deren Umbau zu einem Kultur- und Gemeindezentrum. Der Verkaufsshop bleibt bestehen, der historische Backofen wird restauriert. Die gesamte Anlage wird in seiner Wärmeversorgung durch Solarthermie unterstützt, eine zusätzliche Photovoltaikanlage ist geplant. |
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| Ausführung | Ausführung seit September 2009. Noch in 2009 ist die
Fertigstellung von Rohbau, Dachtragwerk und Dachdeckerleistungen geplant. Die Stahlbaufassade folgt ab Januar 2010, die Fertigstellung der Sporthalle ist bis zum Beginn des Schulhalbjahres 2010 geplant. ![]() |
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| Gebäudeensemble Bei der Marienkirche 8 | ||
Projekt |
Umbau und Sanierung Gebäudeensemble Bei der Marienkirche 8 in Mühlhausen ![]() Vordergebäude vor Beginn der Sanierungsarbeiten |
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| Bauherr | Städtische Wohnungsgesellschaft Mühlhausen, Herr
Kamm |
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| Bestand | Das Gebäude Bei der Marienkirche 8 steht heute an einer
Stelle, die zu staufischer Zeit bis in die Mitte des 12. Jh. hinein Teil
der sogenannten „via triumphalis“ war. Im 13. Jh. erfolgte dann die Bebauung des Quartiers zwischen Holz- und Herrenstraße. Ein Ausgangspunkt für die Bebauung des Quartiers vor der Marienkirche scheint der Deutschordenshof der Oberstadt zu sein, der nach dem Eigentumsübergang aus königlichem Besitz an den Orden 1243 bereits 1244 durch einen Stadtbrand zerstört wurde. Zu diesem Zeitpunkt dürfte das heutige Grundstück Marienkirche 8 durch den Nordflügel des Ordenshofes überbaut gewesen sein. Im Jahr 1294 erfolgte eine Erweiterung in nördlicher Richtung durch Ankauf eines Nachbargrundstückes vom Ministerialen Gottfried von Küllstedt. Hinweis auf diesen Kauf kann der nördliche Zugang in den vermutlich noch älteren Keller unter der westlichen Torfahrt geben. Der Stadtbrand von 1689 zerstörte die Gebäude auf beiden Grundstücken. Der Wiederaufbau sowohl des Deutschordenhofes als auch des hier beschriebenen Gebäudes erfolgte unter Verwendung älterer Bauteile Ende des 17. Jh.. Das 1. Seitengebäude scheint unmittelbar nach Errichtung des Vorderhauses entstanden sein, also Anfang des 18. Jh. Im Zusammenhang mit der Errichtung einer Brauerei auf dem Nachbargrundstück entstanden in der 2. H. des 19. Jh. das 2. Seitengebäude (Sudhaus/ Mälzerei) mit Keller und das Hintergebäude (Lager der Mälzerei), das 1. Seitengebäude wurde grundhaft umgebaut. |
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| Problem | Die Gebäude leiden seit mehreren Jahren unter den Folgen
des langen Leerstandes. Die bisherige Struktur mit großem Seitengebäude
verhinderte immer wieder eine Nutzung der Gesamtanlage. Mehrere Voruntersuchungen
waren notwendig, um zur Entscheidung zu kommen, dass eine dauerhafte Nutzung
nur nach dem Abbruch des Seitengebäudes gewährleistet werden. |
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| Zielstellung | Das Vorderhaus soll auf hohem denkmalpflegerisch –
handwerklichen Niveau instandgesetzt werden. Hier entstehen 3 Mietwohnungen
innerhalb der historischen Raumdispositionen. Alle Maßnahmen sollen
mit historischen Materialien und Techniken ausgeführt werden. Der planerische Ansatz bei dem Hintergebäude ist ein anderer. Hier soll eine moderne Formensprache und Interpretation in ästhetischer Einheit mit dem vorgefundenen Bestand stehen, verbunden mit einer energetisch hochwertigen Sanierung. |
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| Ausführung | Die Ausführung soll noch Ende 2009 beginnen und innerhalb
eines Jahres abgeschlossen werden.![]() Hintergebäude in der Planung Seiten- und Hintergebäude |
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| Rittergut Westerbrak / Weserbergland | ||
Projekt |
Denkmalgerechte Instandsetzung Turmhaus, Rittergut Westerbrak. Lks Holzminden, Weserbergland
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| Bauherr | Familie von Grone, Westerbrak |
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| Bestand | Das gesamte Rittergut ist als ehemalige Schlossanlage in
die Denkmalliste des Landes Niedersachsen eingetragen. Die Dörfer des ehemaligen "Braunschweigischen Weserdistrict" erhalten durch das Baumaterial Sandstein ihr unverkennbares Gesicht. Der Erhalt dieser einmaligen und unverkennbaren Kulturlandschaft ist untrennbar mit dem Erhalt dieses Baumaterials verbunden. Ob als Bruchstein, als Dacheindeckung, Bodenplatte, Fassadenbehang, Umzäunung, Trog oder Weidepfahl, der fast unbegrenzte Einsatz als Baumaterial begegnet einem in dieser Region immer wieder. Diese regionale Eigenheit stellt eine Kulturlandschaft dar, die in Mitteleuropa wohl einmalig ist. Erbaut um 1700 wurde das Gebäude mit Turmoktogon, welscher Haube und Wetterfahne ursprünglich als Turmhaus direkt neben dem Eingangstor zur ehemaligen Schlosszufahrt errichtet. Die Glocke in diesem Turm trug die Inschrift „Anno 1708“. Im Jahre 1696 wurde nämlich die Kapelle des Ortes Westerbrak für 10 RthlR. mit Auflage an die Familie von Grone verkauft, die „Betglocke auch ferner schlagen zu lassen“ Das in altertümlicher und nur im Weserberglang so lange fortdauernder Ständerbauweise errichtete Gebäude ist integriert auf einer Natursteinmauer, die die gesamte ehemalige Schlossanlage umgibt. Nach Abriss des Schlosses und der Schließung der Schlosszufahrt diente das Gebäude nach Anbau eines Anklapps zunächst als Schmiede, später auch als Wohnhaus. |
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| Problem | Die Bausubstanz dieses Denkmales zeigt zum Teil schwerwiegende
Mängel, zahlreiche bauhistorisch wertvolle Details sind akut gefährdet.
Das Gebäude besteht „von Kopf bis Fuß“ aus Sandstein! Die Fachwerkkonstruktion (mit Sandsteinausfachung) ist in vielen Bereichen stark geschädigt, Deckenbereiche sind bereits eingestürzt. Hausschwamm und konstruktive Schäden an den Holzbauteilen machen das Gebäude zu einem denkmalpflegerischen Notfall. Hier droht wertvollste Bausubstanz unwiederbringlich verloren zu gehen ! Ohne Förderung ist die Maßnahme nicht durchführbar. In dieser strukturschwachen Region in der das Verschwinden des identitätsstiftenden Baumaterials Sandstein (noch immer werden fast wöchentlich Sandsteindächer abgetragen) unabsehbare Folgen für die kulturelle Einzigartigkeit einer ganzen Region hat, sollte die Hilfe staatlicher und nichtstaatlicher Institutionen eine Initialzündung bedeuten und einem Umdenken Platz machen. Die Möglichkeiten der Denkmalpflege und der sehr engagierten Besitzer allein reichten leider nicht aus um dieses wichtige Kulturdenkmal zu erhalten. Mit dem Hinzuziehen weiterer Fördermittelgeber auf EU Basis können wir schließlich doch dazu beitragen die Maßnahme im Jahre 2009 zu realisieren. |
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| Zielstellung | Der erste Bauabschnitt umfasst die vollständige konstruktive
Instandsetzung in tradierter Technik sowie die Neueindeckung des Daches
mit geborgenen Sandsteinplatten in Doppeldeckung. Das Turmoktogon wird
wie im Bestand mit Sandsteinplatten in Schablonendeckung verkleidet. In einem nächsten Bauabschnitt ist der Ausbau des Gebäudes zum Wohnhaus geplant, um durch die dauerhafte Nutzung auch einen langfristigen Erhalt zu gewährleisten. |
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| Kirche in Ateni / Georgien | ||
Projekt |
Sanierung einer frühchristlichen Kirche in Ateni / Georgien aus dem 7. Jahrhundert |
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| Bauherr | Ministry of Culture, Monuments protection and Sports of
Georgia Koordination im Ministerium: Frau Diana Bolotashvili Koordination Deutschland: LILE e.V. Beteiligte deutsche Partner: TU München, HAWK Holzminden Finanzierung: Sponsor über UBS Bank, Schweiz ![]() |
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Planung / Bauzeit |
ab 2009 |
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| Bestand | Die Zioni Kirche befindet sich in unmittelbarer Nähe
der Stadt Gori, knapp 100 km westlich der Hauptstadt Tiflis. Die Kreuzkuppelkirche
(Tetrakonchik) stammt aus dem 7. Jahrhundert und gehört bezüglich
der Baukunst zu den bedeutendsten Kirchen Georgiens. Mit ihrem Baustil,
ihren Fresken aus dem 10. Jahrhundert und ihren Inschriften auf Altgeorgisch
(7. bis 9. Jh.) stellt diese Kirche auch in Georgien einen besonders wertvollen
Denkmalbestand dar. Die Mauerwerkstechnik unterscheidet sich vollkommen
von historischen Mauerwerkstechniken aus dem deutschen Kulturraum und
basiert auf römischer Technologie, die in Georgien im 1. Jahrtausend
weiterentwickelt wurde und die weder Vergleiche kennt noch in der Literatur
bislang aufgearbeitet worden ist. |
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| Problem | Kleinere Sanierungsarbeiten hatten an der Zioni Kirche bereits
begonnen, es bestand aber unglücklicherweise keinerlei Gesamtkonzeption,
so dass der vorhandene (politische) Wille sich praktisch in eher hilflosen
Bemühungen manifestierte. Erst im Laufe geplanter Restaurierungsarbeiten
an der wertvollen Innenausstattung (mit Hilfe deutscher Sponsoren) ist
man zu der Erkenntnis gekommen, dass die Fresken nur eins der vielen Probleme
der Zioni Kirche sind. Nach mehreren Besuchen deutscher Experten in den
Jahren 2006 und 2007 ist man zu dem Schluss gekommen, dass eine ganze
Reihe von schweren statisch – konstruktiven Problemen zuerst gelöst
werden müssen, bevor eine Restaurierung der Fresken realisiert werden
kann. ![]() |
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| Zielstellung | Obwohl Georgien über hoch qualifizierte Wissenschaftler,
Restauratoren und Denkmalpfleger verfügt, macht sich der fehlende
Bezug zu den neuesten technischen Erkenntnissen und Materialien bemerkbar.
Komplizierte Laboruntersuchungen zur Materialbeschaffenheit sind undenkbar.
Aus diesem Grunde ist der wissenschaftliche Austausch besonders wichtig,
um in gemeinsamer Kraftanstrengung dieses wertvolle Kulturerbe zu erhalten
und denkmalgerecht auf hoher Qualitätsstufe zu restaurieren. Das Projekt, welches erst mit der Hilfe eines Sponsors über eine Schweizer Bank realisiert werden konnte, verfolgt zwei Ziele: Erstellung einer interdisziplinären Schadens- und Bestandsaufnahme an der Zioni Kirche zu Ateni und einem auf die Materialanalysen abgestimmten Therapiekonzept, sowie die Ausbildung bzw. Schulung von örtlichen Fachkräften. Die Ausführung weiterer Restaurierungsarbeiten erfolgt erst nach dem Vorliegen der Gesamtkonzeption (auf Deutsch und Georgisch). Dieses Projekt soll in Ansatz und Vorgehensweise auch als Pilotprojekt für weitere georgische Kirchen mit ähnlicher Problemstellung dienen. Aus den gewonnenen Erkenntnissen entstehen eine Publikation und ein Dokumentationsarchiv, sie werden weiterhin Grundlage für diverse Vorträge sein. Die Koordination mit den georgischen Behörden liegt bei LILE e.V., einer Deutsch – Kaukasischen Gesellschaft e.V., viele Menschen aus unterschiedlichsten Fachdisziplinen helfen bei den schwierigen Übersetzungen. Weitere Bündnispartner sind die TU München und die HAWK in Holzminden. Wir sind besonders stolz auf dieses Projekt und tauchen bei der Bearbeitung tief in die antike Architektur mit ihren unbegreiflichen Qualitätsmerkmalen in Mörtelzusammensetzungen und Steinbearbeitung ein und fühlen uns unserem christlichen Ursprung ganz besonders nahe! |
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| Linsenstr. 30 in Mühlhausen | ||
Projekt |
Umbau und Sanierung eines Gerberhauses aus der Zeit um 1700 |
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| Bauherr | Herr Martin Vogt![]() |
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| Bestand | Wahrscheinlich ursprünglich für einen Gerber errichtetes
Handwerkerhaus aus der Zeit um 1700, in der Zeit wirtschaftlicher Prospektion
im 19. Jahrhundert aufgestockt und verändert. Im Jahr 1903 mit einer
hofseitigen Werkstatt sowie einem Laden im Erdgeschoss versehen. Das Gebäude
im Bereich der Fußgängerzone und der Schwemmnotte (künstlicher
Wasserlauf) steht bereits Jahrzehnte leer, wurde aber Anfang der 90èr
Jahre im Rahmen eines Bundesprogrammes notgesichert. Durch Umbaumaßnahmen
und die zum Teil sehr flüchtigen Reparaturarbeiten sind die einzelnen
Bauphasen nur schwer ablesbar. ![]() |
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| Problem | Die Gebäude stehen unter städtebaulichem Denkmalschutz
(Ensembleschutz, Sanierungsgebiet) und waren lange Zeit unverkäuflich.
Eine Nutzung erscheint nur als Einfamilienhaus in Verbindung mit einer
Ladeneinheit im Erdgeschoss sinnvoll. Die Reparaturarbeiten Anfang der
90èr Jahre, ohne die das Gebäude sicherlich nicht überlebt
hätte, sind in ihrer Substanz zum Teil schlecht ausgeführt worden.
Fehlende Kraftschlüssigkeit zwischen Altbauteilen und Reparaturhölzern
sowie eine bereits defekte Unterspannbahn aus PVC (Restbestände aus
der „alten BRD“) machen trotz einer intakten Ziegeleindeckung
den sofortigen Ausbau leider unmöglich. |
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| Zielstellung | Das Gebäude soll mit klassischen Materialien denkmalgerecht
instand gesetzt werden, Umbauspuren mit Qualität werden in die neue
Nutzung integriert. Der Bauherr plant die Nutzung als Einfamilienhaus
mit Dachterrasse, im Erdgeschoss entsteht eine kleine Ladeneinheit, der
kleine Garten direkt am Wasser soll eine erholsame Oase inmitten der Innenstadt
bieten. Bei der baulichen Umsetzung soll neben der Einbeziehung historischer Details eine weitestgehende Erhaltung der Gefache angestrebt werden, sie bildet historisch, konstruktiv und bauphysikalisch eine Einheit mit dem tragenden Fachwerkgefüge. Bei Wärmedämmmaßnahmen muss eine spätere Schädigung des Baubestandes ausgeschlossen werden. Anstrichsysteme, Mörtel und Baustoffe müssen sorgsam gewählt, ihre bauphysikalischen Wirkungsweisen auch untereinander berücksichtigt werden. |
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| "Haus Rosenthal" in Bad Langensalza / Thüringen | ||
Projekt |
Haus Rosenthal – Sicherung eines Fachwerkhauses aus dem Jahre 1515 |
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| Bauherr | Stadt Bad Langensalza – Herr Bürgermeister Schönau |
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| Bestand | Das nach seiner Lage im „Rosenthal“ nördlich
der inneren Stadtmauer der Stadt Bad Langensalza so genannte „Haus
Rosenthal“ in der Bergstr. 15 wurde im Jahre 1515 (d) erbaut. Das
Gebäude liegt direkt am Südufer eines mit hohen Futtermauern
eingefassten Flutgrabens, der bei Hochwasser einen Teil der Wassermengen
der Salza aufnahm. Die Haupterschließung erfolgte über eine
Brücke von der Bergstraße her, das Gebäude lag ursprünglich
auf einer Art sandigen Insel zwischen der Salza und dem „Wilden
Graben“ und war bis zur Aufsiedelung dieses Areals wahrscheinlich
das einzige Gebäude zwischen dem ältesten Teil der Stadtmauer
und der Salza. Es handelt sich um ein zweigeschossiges Fachwerkgebäude
mit steilem Satteldach und einer zur Salza hin ausgerichteten steinernen
Erdgeschossfassade die gleichzeitig die südliche Futtermauer dieses
Flutgrabens darstellt. Nach Osten schließt ein bis auf die erhaltene
Futtermauer neuerer eigenständiger Baukörper ab, der noch einen
von der Bergstr. 15 her begehbaren Tonnengewölbekeller besitzt. Erbaut
als Manufakturgebäude des Tuchmacherhandwerkes bestand Haus Rosenthal
im Jahr 1515 aus einer großen Durchfahrtsdiele mit steinerner Wasserrinne
und einem beheizbaren Raum, nämlich der Bohlenstube, die als tragende
Konstruktion eine Einmaligkeit in ganz Thüringen darstellen dürfte.
In dieser Bauphase war das Obergeschoss, das wie der Dachboden nur der
Warenlagerung diente noch gänzlich ungeteilt, der mittig durchlaufende
Unterzug wird nur durch eine Stütze mit Sattelholz getragen, dieses
statische Prinzip zieht sich durch alle Ebenen durch. Die Entwicklung
des Gebäudes seit seiner Erbauung bis zu den letzten Maßnahmen
um 1912 und 1945 ist fast vollständig ablesbar und macht es damit
zu einer unschätzbaren Quelle für die wissenschaftliche Haus-
und Gefügeforschung. |
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| Problem |
Die Statik des Gebäude ist nur noch als labiles
Gleichgewicht anzusehen. Die „500 Jahre Garantie“ die das
wertvolle Fachwerkhaus über die Jahrhunderte gerettet haben sind
abgelaufen ! Undichte Dacheindeckung und mangelhafte Regenableitung
haben der Holzkonstruktion schwer zugesetzt ! Es sind umfangreichste
Arbeiten am Fachwerk notwendig um das wertvolle Kulturdenkmal zu erhalten.
Nach jahrzehntelangem Leerstand hat die Stadt Bad Langensalza das Gebäude
im Jahre 2004 erworben. |
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| Zielstellung | Das statische Gefüge soll rein zimmermannsmäßig
instandgesetzt werden, ingenieurmäßige Verbindungen kommen
grundsätzlich nicht zum Einsatz. Die fehlende Brücke soll ersetzt
werden. Nach neuesten Ideen der Stadt Bad Langensalza soll das Gebäude trotz fester Nutzung als Malschule und Künstlerbegegnungsstätte in seiner historischen Authentizität vollständig erhalten bleiben. Die Nutzung differenziert sich in Warm- und Kaltzonen. Modernste Techniken wie Wärmepumpe sollen über Wandflächen- und Fußbodenheizungen den innovativen Anspruch trotz Nutzungsmöglichkeiten in allen Jahreszeiten verdeutlichen. Alle Maßnahmen sollen mit historischen Materialien und Techniken (Lehmputze, Kalkfarben) ausgeführt werden, die Kaltzonen ohne nutzungsbedingte Dämmung werden nur restauriert bzw. gesichert. |
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| Ausführung | Im Jahre 2005 wurde die Dacheindeckung erneuert. In
einem besonderen Brandverfahren hergestellten Biberschwanzziegel ersetzten
die abgängigen Fittichziegel. Die zimmermannsmäßige
Instandsetzung erfolgte bis zum Sommer 2006 in tradierter Technik. Die
Gefache wurden mit Strohlehm auf Flechtwerk wieder geschlossen und mit
einem Kalkputz versehen. Der Anstrich auf Kalk- und Ölbasis orientiert
sich am historischen Befund. Teile der Dielen mussten aus Sicherheitsgründen
durch adäquates Material ersetzt werden (30 cm Breite !) da sie
historisch ohne jeden Fehlboden Dach- und Deckenbalken überspannen!
Die erste Bohlenstube ist konstruktiv instandgesetzt, Eichenholzfenster
in Handarbeit hergestellt und eingebaut. Weitere restauratorische Maßnahmen
der Instandsetzung folgen ab 2009. |
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Fertigstellung Sommer 2006 ![]() |
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| Ratsstr. 14 & 16 in Mühlhausen | ||
Projekt |
Umbau und Sanierung zweier Fachwerkhäuser aus der Zeit um 1700 |
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| Bauherr | Herr Falk Herzog |
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| Bestand | Zwei miteinander verbundene typische Handwerkerhäuser
(Seifenhersteller und Waffenschmied) aus der Zeit um 1700, beide in der
Zeit des 19. Jahrhunderts im Gange wirtschaftlicher Prospektion erweitert
und verändert. Besonders die Nr. 16 erinnert mit seiner Neorenaissancefassade
an italienische Bürgerhäuser in Miniatur. Während die Gebäude
noch in den 90er Jahren unter einfachsten Bedingungen bewohnt waren, stehen
sie nun bereits viele Jahre leer. Die Fachwerkhäuser sind vollständig
verwohnt, die konstruktiven Schäden sind deutlich sichtbar (aber
überschaubar), durch Umbaumaßnahmen sind die einzelnen Bauphasen
nur schwer ablesbar. |
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| Problem | Die Gebäude stehen unter städtebaulichem Denkmalschutz
(Ensembleschutz, Sanierungsgebiet) und waren lange Zeit unverkäuflich.
Eine Nutzung erscheint nur als Ensemblegemeinschaft beider Häuser
als Einfamilienhaus in Verbindung mit einer Ladeneinheit im Erdgeschoss
sinnvoll. |
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| Zielstellung | Die beiden Häuser sollen denkmalgerecht instand gesetzt
werden, Umbauspuren mit Qualität werden in die neue Nutzung integriert.
Der Bauherr plant die Nutzung als Einfamilienhaus, im Erdgeschoss entsteht
eine kleine Ladeneinheit. Bei der baulichen Umsetzung soll neben der Einbeziehung historischer Details eine weitestgehende Erhaltung der Gefache angestrebt werden, sie bildet historisch, konstruktiv und bauphysikalisch eine Einheit mit dem tragenden Fachwerkgefüge. Bei Wärmedämmmaßnahmen muss eine spätere Schädigung des Baubestandes ausgeschlossen werden. Anstrichsysteme, Mörtel und Baustoffe müssen sorgsam gewählt, ihre bauphysikalischen Wirkungsweisen auch untereinander berücksichtigt werden. Neue Materialien müssen auf ihre Verträglichkeit zur Holzkonstruktion hin überprüft werden, um Folgeschäden auszuschließen. Auf die Möglichkeit der Dampfdiffusion und des kapillaren Feuchtetransportes muss unbedingt geachtet werden. Um die Authentizität des Denkmals nicht zu beeinträchtigen, sind zu ersetzende Fachwerkhölzer ausschließlich in zimmermannsmäßigen Verbindungen einzubauen. Neues Holz soll von der gleichen Art sein wie das zu ersetzende, wiederverwendetes Holz ist zu bevorzugen. Grundsätzlich gilt: Reparieren steht vor Ersatz !!! |
| Schloß Herrenbreitungen / Thüringen | ||
Projekt |
Denkmalpflegerische Instandsetzung Schloß Herrenbreitungen |
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Bauherr |
Familie M. Koenitz, Schloß Herrenbreitungen |
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Bauzeit |
2007 ![]() |
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Bestand |
Schloß Herrenbreitungen gehört zu den bedeutenden Schloßanlagen in Thüringen, insbesondere im Zusammenhang mit der sich unmittelbar anschließenden romanischen Basilika. Der Bauherr beabsichtigt eine behutsame Instandsetzung der z.T. stark geschädigten Bauwerke. Derzeit konnte eine umfassende Bestandsaufnahme erarbeitet werden. Ihr folgte ab 2008 die denkmalpfl. Zielstellung mit Schadenserfassung, Sanierungskonzept, Entwurfsplanung und Bauantrag. Die Sanierung des sog. Fürstenflügels nach der dringend notwendigen und geplanten konstruktiven Sicherung im Jahre 2009 ist in den kommenden Jahren geplant. ![]() |
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| Seitenanfang
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| Kirche in Kisischevi / Georgien | ||
Projekt |
Sanierung einer frühchristlichen Kirche aus dem 6. Jahrhundert Kisischevi / Georgien ![]() |
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| Bauherr | Ministry of Culture, Monuments protection and Sports of
Georgia, Dr. Nicholas Vacheishvili |
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| Planung / Bauzeit | ab 2007 |
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| Bestand | Die Kirche befindet sich in Kachetien, der reichsten Weinbaugegend
im Osten Georgiens und ist der heiligen Jungfrau Maria geweiht. Die Kreuzkuppelkirche
(Tetrakonchik) der frühen Form stammt aus dem 6. Jahrhundert und ist bezüglich der Baukunst mit den bedeutendsten Kirchen Georgiens vergleichbar, ein späterer Anbau über einer Krypta stammt aus dem 7. Jahrhundert. Im Dorf Kisischevi befinden sich 64 eingetragene Kulturdenkmäler. Während das benachbarte Telawi Königssitz war, gehörten Dorf und Kirche Kisischevi zu den Ländereien des georgischen Klosters in Jerusalem. |
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| Problem | Die frühchristliche Kreuzkuppelkirche gehört bereits
seit dem Jahre 1984 zu den Projekten erster Priorität auf der Denkmalschutzliste.
Aufgrund der ökonomischen Situation der vergangenen Jahre ist die
Kirche inzwischen vom Verfall bedroht. Die Dachhaut des Anbaus ist nur
noch in Rudimenten vorhanden, der Mörtel des Feldsteinmauerwerkes
ist einer ständigen Auswaschung ausgesetzt. Unter 2 Putzschichten zeigen sich mittelalterliche Fresken. Hier droht ein frühchristliches Kulturerbe der Menschheit verloren zugehen! ![]() |
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| Zielstellung | Obwohl Georgien über hoch qualifizierte Wissenschaftler, Restauratoren
und Denkmalpfleger verfügt und analytische Bestandsaufnahmen vorliegen,
macht sich der fehlende Bezug zu den neuesten technischen Erkenntnissen
und Materialien bemerkbar. Komplizierte Laboruntersuchungen zur Materialbeschaffenheit
sind undenkbar. Aus diesem Grunde ist der wissenschaftliche Austausch
besonders wichtig, um in gemeinsamer Kraftanstrengung dieses wertvolle
Kulturerbe zu erhalten und denkmalgerecht auf hoher Qualitätsstufe
zu restaurieren. Die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst
(HAWK) an ihrem Standort Holzminden hatte sich bereit erklärt, die
von uns entnommenen Materialproben in ihren modernen Labors des Fachbereiches
der Materialwissenschaften zu untersuchen. Die Ergebnisse waren sensationell!
Der Mörtel aus dem VI. Jahrhundert zeigte phantastische Eigenschaften
auf und liegt in der Korngrößenverteilung in fast allen Proben
auf der so genannten „Ideallinie“. Er besteht aus holzgebranntem
und trocken gelöschtem Kalk, die Hydrauleanteile entstammen dem (eisenhaltigem)
Travertin, der als lokal vorhandener Zuschlagstoff diente. Der hohe Wissensstand
der georgischen Baumeister konnte bis ins 19. Jahrhundert nachgewiesen
werden. Ein mittelalterlicher Wissensverlust wie im deutschen Kulturraum
konnte bis dahin nicht erkannt werden. Mit den Ergebnissen der Materialuntersuchungen folgte die Ausarbeitung einer denkmalpflegerischen Zielstellung mit Therapiekonzept. Die Nachstellung des historischen Mörtels erschien allen Beteiligten als Pflicht ! Nur selten zeigen sich das Wissen der Baumeister aus der Antike und ihre Nachhaltigkeit auf kommende Generationen so deutlich ab wie an diesem Beispiel. |
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| Realisierung | Erste Sicherungsmaßnahmen an Dach und Fassade konnten
im Jahre 2008 realisiert werden. Die Verfugung mit dem inzwischen kaum
noch abbaubaren „Schirimimörtel“ (Travertinsplitt) musste
aufgrund fehlender finanzieller Mittel noch zurückgestellt werden.
Wir hoffen auf das Jahr 2009. |
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| Seitenanfang
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| Klosterkirche St. Nicolaus Kloster Zella/ Thüringen | ||
Projekt |
Sanierung der Klosterkirche St. Nicolaus Kloster Zella/ Thüringen |
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| Bauherr | Heimstätte Kloster Zella e.V., 99976 Struth![]() |
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| Bauzeit | bauhistorische Untersuchung 2006 |
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| Bestand | Der heutige Bau stellt eine lang gestreckte Saalkirche mit
eingezogener Apsis dar, an deren Nordseite etwa mittig ein Treppenturm
angebaut ist, der die innere Empore im Westen sowie den Dachstuhl erschließt Mit ihren schlichten Formen und durch die zahlreichen späteren Veränderungen fällt die Datierung der Kirche schwer. Die Bauzeit sollte wegen der Röllchenfriesspolien nicht vor 1130 angesetzt werden, wahrscheinlicher ist die Datierung Mitte bis Ende des 12. Jahrhunderts. |
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| Problem | Die Außenhülle der Klosterkirche, insbesondere
die Südwand, weist umfangreiche Schäden im bereich der Verfugung,
Putz und Steinsetzung auf. Im Jahre 2005 mit der historischen Bauforschung der St. Nicolaus Kirche in Zella beauftragt sollte das Ergebnis dieser Untersuchung dazu beitragen, vorhandene Quellen im bauhistorischen Kontext zusammenzustellen und auszuwerten. Es stellte sich die Frage, ob die zahlreichen Umbauten der Klosterkirche untereinander in Beziehung gebracht werden können und ob sie den aus den Quellen bekannten Bau- und Umbauphasen der 1630’er Jahre und des zwanzigsten Jahrhunderts zugewiesen werden können. Da für Kloster Zella kein Gründungsdatum bekannt ist – nur das Jahr 1215 ist als terminus ante quem anzunehmen – war zu klären, ob durch Baugestalt und Baudetails der Kirche Aussagen über deren Alter möglich sind. Die Erkenntnisse der bauhistorischen Untersuchung sollen dazu dienen, anstehende Sanierungsarbeiten am Mauerwerk und die damit verbundenen Entscheidungen über Putztextur oder Steinsichtigkeit auf fundierte Voruntersuchungen zu stellen. ![]() ![]() |
| Fachwerkhaus in Hemeringen, Landkreis Hameln | |
Projekt |
Sanierung eines Fachwerkhauses in Hemeringen, Lk Hameln ![]() |
| Bauherr |
Familie Fischer, Hebsack |
| Bestand | Das mit Asbestzementplatten
vollflächig verkleidete Gebäude wurde grundlegend untersucht
und in seinem Schadensumfang dokumentiert. Trotz umfangreicher Schäden
am Fachwerkgefüge und dem bereits bauseitigen vollständigen
Verzicht auf einbindende Wände war der Zustand relativ stabil. Das
Gebäude wurde während der Bauphase unter Denkmalschutz gestellt. |
| Zielstellung | Das Fachwerkgebäude, wahrscheinlich
um 1800 aus vorwiegend zweitverwendetem Holz errichtet, soll ökologisch
und denkmalgerecht saniert werden. Auf eine einwandfreie exakte handwerkliche
Arbeit im Bereich der tragenden Fachwerkkonstruktion wird besonderer Wert
gelegt. Es dürfen keinerlei ingenieursmäßige Verbindungen
eingesetzt werden. Diffusionsoffene, aber kapillarbrechende Fußbodenaufbauten
aus Blähton, Leichtlehmausfachungen und Lehmputze sowie nach außen
zu öffnende Fenster stellen die besondere Aufgabenstellung dieses
Projektes im Weserbergland dar. |
| Ausführung |
Das Gebäude wird über
mehrere Jahre hinweg in Teilabschnitten saniert werden. Besonders sehenswert
sind die exakten Zimmereiarbeiten mit den teilweise sehr unkonventionellen
Lösungen und die hohe Qualität der auswärts öffnenden
Fenster, die sich trotz modernster Fertigung sogar in Details dem historischen
Vorbild anpasst.
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| Seitenanfang
|
| Gut Wasserthaleben / Thüringen | |
Projekt |
Landgut Wasserthaleben
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| Bauherr |
Herr Alberts, Wasserthaleben |
| Bestand | Auch die Gutshofanlage in
Wasserthaleben gehört zu den zahlreichen historischen Bauten unter
Denkmalschutz, die einen erheblichen Reparatur- und Sanierungsstau aufweisen.
Das Gutshaus ist in die vorläufige Denkmalliste des Kyffhäuserkreises eingetragen, der Eigentümer plant eine Revitalisierung des gesamten Anwesens als landwirtschaftlichen Vollbetriebshof mit dem ehemaligen Herrenhaus als Wohnhaus. Grundlage der Sanierungsplanung ist eine vom Thüringer Landesamt für Denkmalpflege bei unserem Büro beauftragte bauhistorische Untersuchung gewesen. Das Landgut mit seinen Grundrisslösungen wird noch immer durch die überbauten Bereiche des klösterlichen Wirtschaftshofes (vor 1417) und den Baumaßnahmen des Jahres 1663 bestimmt. Großzügige Dielenbereiche mit offener Feuerstelle, Rudimente einer sauber aus Naturstein errichteten Wendeltreppe der Renaissance und einer rezenten hölzernen Wendeltreppe ins Dachgeschoss sowie mit Schiffskehlornamentik verzierte Unterzüge zeigen authentische Ursprünglichkeit. Wahrscheinlich in Folge einer Heirat ging der aus klösterlichem Ursprung stammende Besitz der Familie von Werthern (seit 1539) an die Ritterfamilie Marschall. Im Besitzzeitraum der Familie Marschall folgte auch die Überbauung bereits vorhandener Gebäudeteile des klösterlichen Wirtschaftshofes mit dem ursprünglichen Gutshaus im Jahre 1663 (d). Weiterhin bestätigt jene Inschrift an dem steinernen Bogen vom Erker des südlichen Seitenflügels diese Datierung: MARIA KATHARINA MARSCHALLCHEN. G.V. WERTHERN FRIEDRICH WILHELM MARSCHALL 1663 Bereits im Jahre 1671 kauften die Grafen von Schwarzburg vom vorbenannten F.W. Marschall dessen Gut für 24.500 Gulden. Das Herrenhaus war von da an Wohnung des Domänenpächters. Von 1815 bis 1830 hielt in dem Wohnteil des Herrenhauses der Fürst Günther Friedrich Carl I „alljährlich einige Monate Hof“. |
| Problem | Der Adelshof im ländlichen Wasserthaleben,
der lange Zeit nur als fürstlicher Jagdsitz genutzt worden ist und
seit seiner Erbauung reinen Wohnzwecken vorbehalten wurde - erst im 19.
Jahrhundert zum Wohn-Speicherhaus umgenutzt, dieser Umbau ist für
die neuerliche reine Wohnnutzung nicht zweckdienlich und reduziert die
eigentliche Formensprache des Renaissancebaus auf Teilbereiche der Fassade.
Konstruktiv ist vor allem der hintere Fachwerkbereich in desolatem Zustand,
in Teilbereichen sogar abgängig. Entsprechend seines Alters und seiner
bisherigen Nutzung bzw. jahrelangen Leerstandes weist das Gebäude
verschiedenartige Schäden auf. Im gesamten Fassadenbereich sind durch dauernde Durchfeuchtung Schäden an Schwellen, Rähmen und Deckenbalken aufgetreten, die über die Jahre stark fortgeschritten sind. Der jetzige Zustand des Gebäudes ist als „stark gefährdet“ einzustufen. Es sind dringende und umfassende Sicherungsarbeiten erforderlich. Das noch vorhandene „labile Gleichgewicht“ ist nur auf den hohen Qualitätsstandard bei der Erbauung zurückzuführen. |
| Zielstellung | Die Überbauung aus dem Jahre 1891
soll zurückgenommen werden, das gesamte Gebäude in seinen hölzernen
und massiven Bauteilen wird behutsam instand gesetzt. Das Gutshaus ist
ein typisches, der Zeit entsprechendes Zeugnis und bietet ein genaues
Spiegelbild früherer Arbeits- und Lebensumstände, der kulturellen,
wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung in der Zeit des 17. Jahrhunderts.
Durch Aufschlüsselung der sozialen Bedeutung die sich aus der Auswertung noch nachvollziehbarer historischer Grundrisslösungen und Materialien ergibt, trägt das Gebäude zum tieferen Verständnis vergangener Lebensumstände bei. Der Rückbau des im Jahre 1891 errichteten nördlichen Anbaus zur Lagerhaltung erschien den Planern und den Mitarbeitern des TLfD aus denkmalrechtlicher Sicht für vertretbar, wird mit dem Rückbau doch auch die Rückführung vom Wohn- Speicher Haus zum authentischen (1663) repräsentativen Wohngebäude erreicht. Für ein Gebäude dieser Größe und Art als integraler und mittelpunktwirksamer Bestandteil des gesamten Landgutes erscheint nur die reine Wohnnutzung durch den Betreiber der großen damit verbundenen Ländereien als denkmalfachlich angemessene Lösung, Leerstand oder Aufteilung in verschiedene Wohnparzellen erscheinen uns als denkmalunverträglich. Als Zielstellung bei allen Gebäudeteilen galt das Erreichen eines hohen Wohnniveaus aus funktionalen und ästhetischen Gesichtspunkten unter Bewahrung der historischen Authentizität. |
| Ausführung |
Seit Sommer 2005 arbeitet
der Bauherr mit eigenem Personal an der denkmalpflegerischen Instandsetzung
des Gutshofes, die sich über mehrere Jahre erstrecken wird.
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