| St. Peter und Paul in Donndorf/ Thüringen | ||
Projekt |
Sanierung der Außenhülle Kirche St. Peter und Paul in Donndorf |
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| Bauherr | Gemeinde Donndorf, Kölledaer Straße, 06571
Donndorf |
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| Bauzeit | Planungen seit 2002 |
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| Bestand | Die Kirche St. Peter und Paul in Donndorf wurde vermutlich
um 1008 erbaut, eine erste urkundliche Erwähnung erfolgt aber erst
1253. Anfang/ Mitte des 15. Jh. (laut Dehio Anfang des 14. Jh.) wurde
(vermutlich anstelle einer romanischen Apsis) der jetzige gotische Chor
als 5/8 Polygon mit zweifach abgetreppten Strebepfeilern östlich
an den eingezogenen Turm angebaut (im Chorpolygon befinden sich zwei Sakramentsnischen
mit den Jahreszahlen 1500 (oder 1700?) und 1541. Zu dieser Zeit dürfte
auch der Turm um das Wehrgeschoß erhöht worden sein. Dem Typus nach handelt es sich hier um eine romanische Chorturmkirche, die in Thüringen zu den ältesten erhaltenen Sakralbauten zählen. Um 1850 erfolgte der Abbruch des westlichen Kirchenschiffes aufgrund Baufälligkeit. Das bis dato aufgehende Mauerwerk des Schiffes ist an der Westseite des Turmes ebenso gut zu erkennen wie der gotische Triumphbogen sowie der spitzbogige Übergang vom ehemaligen Dachstuhl in das Turmobergeschoß. Unterschiedliche Satteldachansätze des Kirchenschiffs zeichnen sich ebenfalls in der Westfassade des Turmes ab. Die Einwölbung des Ostchores erfolgte mittels einfachem Kreuzrippengewölbe, die auf differenzierten Konsolen auflagern. Von besonderer Bedeutung ist der zweiflügelige Schnitzaltar mit Predella aus der 2. H. des 15. Jh. auf massiver Mensa. Er zeigt eine Marienkrönung mit 6 Aposteln und 6 Heiligen. In den Jahren 1993 und 1994 konnte die Pfarrkirche mit Unterstützung verschiedener Fördermittelgeber grundhaft saniert werden. |
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| Problem | In den Jahren 1993 und 1994 wurden an der Alten Kirche
in Donndorf umfangreiche, Sanierungsarbeiten durchgeführt. |
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| Zielstellung | Im Rahmen des geplanten Sanierungsvorhabens soll am
Beispiel der Alten Kirche in Donndorf das Problem der Sanierungen durch
nicht sulfatbeständige, natriumreiche, trasshaltige Mörtel
geschädigter historischer Bauwerke untersucht werden. |
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| Ausführung | Bereits 2004 begannen mit Unterstützung des Institutes
für Sandsteinkonservierung in Mainz die ersten Untersuchungen der
sichtbaren Schäden und die Analyse ihrer Ursachen
. Nach weiteren umfangreichen Untersuchungen von Mörtel- und Gesteinsproben durch die MFPA Weimar im Februar 2008 konnten Diagnosen gestellt bzw. Ursachen herauskristallisiert werden: Das aus sogenannten Nebraer Sandstein errichtete Mauerwerk war in den letzten Jahrhunderten mit fast reinem Gipsmörtel vermauert worden. Erschwerend kam die ständige Durchfeuchtung von Gebäudeteilen aufgrund des hohen Grundwasserstandes und die nicht vorhandene Dachentwässerung und fehlende Wasserführung an der Fassade über die umlaufenden, aber völlig zerstörten Gesimse hinzu. Die 1994 verwendeten trasshaltigen Reparaturmörtel reagierten unter diesen Feuchteeinflüssen mit den historischen Gipsmörteln, was die Bildung von Treibmineralien und somit die Zerstörung von Putz und Mauerwerksgefüge zur Folge hatte. Nach langjährigen Vorbereitungen konnte auf Basis gesicherter Erkenntnisse durch ein Team aus Kommune, Kirchengemeinde, Kirchlichem Bauamt, Thür. Landesamt für Denkmalpflege, Materialprüfanstalt, Restaurator und Architekt ein schlüssiges Therapiekonzept aufgestellt werden. Die Gemeinde Donndorf bot der Kirchengemeinde dankenswerterweise daraufhin ihre Mithilfe an und übernahm die Funktion des Bauherrn und damit die schwierige Aufgabe des Zusammenstellens einer Finanzierung. Nachdem diese gesichert war konnten im Mai 2008 nach öffentlicher Ausschreibung der Bauleistungen die Arbeiten an der Kirche beginnen. Bereits wenige Jahre zuvor waren in einem ersten Schritt Dachrinnen und Fallrohre angebracht worden, um das Niederschlagswasser von den Außenwänden fern zu halten. Mit Baubeginn im Mai 2008 wurde die Kirche umlaufend bis in ca. 1,5 m Tiefe freigelegt und der seinerzeit eingebrachte Drainagekies (Drainage selber war nicht vorhanden!) ausgebaut. Bis in Höhe des außen umlaufenden Kaffgesimses wurde der gesamte geschädigte Putz innen und außen entfernt und alle trasshaltigen Fugen bis auf den historischen Gipsmörtel ausgebaut. Das nunmehr sichtbare Schadensbild bestätigte die Befürchtungen in Hinblick auf den Zustand von Mauerwerk, Gesimsen und Strebepfeiler und somit aber auch die seinerzeit getroffene Entscheidung, 90% des fast vollständig zerstörten Kaffgesimses aus artgleichem Material zu ersetzen, um die wasserführende Funktion wieder herzustellen. Die wenigen gut erhalten Gesimse wurden als Referenzteile erhalten und steinrestauratorisch bearbeitet. Das Traufgesims konnte vollständig erhalten werden, das Sockelgesims zum überwiegenden Teil. Diese Bereiche wurden einer klassischen Steinrestaurierung unterzogen. Teile der Strebepfeiler mussten komplett neu aufgemauert werden, da tiefe Risse die Tragfähigkeit einschränkten.Eine kurze Unterbrechung der Bauarbeiten mußte aufgrund der Dohlenstube im Turmobergeschoss erfolgen, bis die Jungtiere geschlüpft waren. Die Fortführung der Arbeiten erfolgten in Abstimmung mit der UNSchB Herrn Sauerbier. Parallel zu den Freilegungsarbeiten begann im Innenraum schon die Entsalzung des Sockelbereiches mittels Kompressen, die durch mehrfachen Austausch der Sandsteinoberfläche die schädlichen Salze entziehen sollten. Alle Oberflächen wurden einer schonenden Reinigung unterzogen, wobei auch die vorhandenen dickschichtigen Farbanstriche an den Außenflächen entfernt wurden.Zerstörte Bruchsteinbereiche wurden vollständig ausgebaut, stark absandende Oberflächen gefestigt. Aufgrund der bereits anfangs erwähnten besonderen Problematik in Hinblick auf die historischen Gipsmörtel bestand folgendes Problem: Für das Verschließen der mittlerweile ausgeräumten Fugen und den abschließenden Verputz wäre eigentlich auch nur wieder ein Gipsmörtel in Frage gekommen. Diese Variante schied - zumindest den Putz betreffend - für die Peter- und Paul Kirche aus, weil das Mauerwerk eine zu hohe Feuchtigkeit auswies und dies sich auch in Zukunft nicht wesentlich verändern wird. Nach langen Diskussionen fiel die Entscheidung zugunsten einer dem heutigen technischen Stand entsprechenden Lösung: alle tieferliegenden Fugen im Bereich von 5 – 12 cm wurden wieder mit einem Gipsmörtel (Werktrockenmörtel) verschlossen. Im besonders feuchtebelasteten Sockelbereich wurde auf den Gipsmörtel ein acrylatischer „Sperrmörtel“ aufgetragen, der einen direkten Kontakt zu den folgenden Fug- und Putzmörteln auf Sanierputzbasis unterbindet. Die eingesetzten Saniermörtel sind wiederum in der Lage, über Zeiträume hinweg schädliche Salze einzulagern und zu speichern. Da irgendwann auch dieser Putz nicht mehr in der Lage sein wird, weitere Salze einzulagern wurde im Innenraum eine sogenannte Sollbruchstelle eingebaut: eine Edelstahlschiene, bis zu der bei späteren Putzschäden der Putz problemlos ausgetauscht werden kann, ohne den gesamten Innenraum in Mitleidenschaft zuziehen. Im Rahmen der Putzerneuerung wurde die elektrische Anlage im Kirchenschiff erneuert. Bei der Farbgebung wurden die bereits 1994 getroffenen Entscheidungen wieder umgesetzt, d.h. die Farbgebung wurde zu 100% beibehalten, nur die Sakramentsnischen im Altarraum wurden einer weitergehenden Restaurierung und Farbfassung unterzogen. Aufgrund der hohen Belastung am Außenbauwerk wurde die Empfehlung der MFPA Weimar hinsichtlich eines Siliconharzanstriches umgesetzt. Aufgrund der im Innenraum vorgefunden dispersionshaltigen Anstrichsysteme von 1994 wurde auch hier auf ein Siliconharzsystem zurückgegriffen. Um alle wasserführenden Bauteile an den Außenflächen dauerhaft vor Durchfeuchtungen zu schützen, erfolgte die Abdeckung aller Gesimse, Strebepfeiler und Fensterbänke mit Blei.Aufgrund der vorgefundenen Fundament- und Bodensituation fiel die Entscheidung gegen eine Drainage, die aufgrund des hohen Grundwasserspiegels nicht dauerhaft funktioniert bzw. noch Folgeschäden verursacht hätte zugunsten einer umlaufenden 30 cm starken Tonabdichtung des Fundamentes und der bindigen verdichteten Verfüllung des Fundamentgrabens mit einem stark tonigen Erdstoff. Das beim Ausbau gesicherte Kalksteinpflaster bzw. die Kalksteinplatten wurden wie im Bestand vorgefunden im Traufbereich der Kirche neu verlegt, die Versickerung des Regenwassers erfolgt nun in größerer Entfernung zur Kirche auf dem Friedhof. Seit Beginn der Sanierungsarbeiten wurde der Innenraum fortlaufend auf Temperatur und Luftfeuchte untersucht, die Messreihe läuft noch bis Ende des Jahres, um kurz- und mittelfristige Auswirkungen der Sanierungsarbeiten ableiten zu können. Noch im Mai konnten Werte der rel. Luftfeuchte von 90% gemessen werden, die Werte pegelten sich gegen Ende der Arbeiten zwischen 60 -70% ein. Aufgrund des wertvollen Kunstgutes im Innenraum (spätgotischer Flügelaltar) müssen diese Parameter auch weiterhin durch die Kirchgemeinde kontrolliert werden. Der Abschluß der Baumaßnahmen erfolgte zum 30.09.2008, die Einweihung der Kirche erfolgte am 04.10.2008. ![]() ![]() |
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| St. Bartholomäus in Wiehe / Thüringen | ||
Projekt |
Instandsetzung der St. Bartholomäus Kirche in Wiehe/ Kyffhäuserkreis
![]() Der Kirchturm vor Beginn der Sanierungsarbeiten Stand 2003 |
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| Bauherr | Ev. Kirchspiel Wiehe, Markt 10, 06571 Wiehe |
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| Bestand | Die evangelische Stadtkirche St. Bartholomäus zeichnet
sich sowohl durch ihre für eine Kleinstadt beachtlichen Dimensionen
als auch durch die wenigen qualitätvollen architektonischen und künstlerischen
Details aus. Die einschiffige, im Kern spätgotische Saalkirche mit
geradem Schluß entstand vermutlich wie der Turm 1518. Teile der
Außenwände, die Turmhaube und der steile Dachstuhl entstanden
nach den Zerstörungen, die der Stadtbrand von 1659 anrichtete. Besonders
bemerkenswert sind die an der Nordseite des Turmes befindliche Bauinschrift
("Ano dmm cccc xviii ist das Werk an gebaut"), eine Vorhangbogennische
mit Relief des heiligen Bartholomäus und das große Kreuzigungsrelief
mit den Symbolen der vier Evangelisten auf Wappenschildern (alle aus der
Bauzeit). |
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| Problem | Aufgrund umfangreichster Schäden waren die notwendigen
Arbeiten unumgänglich geworden. Die sichtbaren Schäden an
der Außenhülle der Kirche lassen sich folgendermaßen
beschreiben : |
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| Zielstellung | Ziel war und ist die vollständige Instandsetzung
der Stadtkirche in mehreren Bauabschnitten mit Hilfe verschiedener Fördermittelgeber
und unter Einsatz erheblicher Eigenmittel. |
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| Ausführung | Bereits im Jahr 2001 konnte im Rahmen des 1. BA der
gefährdete Ostgiebel gesichert und instandgesetzt werden.Bis zum
Juli 2003 wurde die Haube zimmermannsmäßig und auch in ihrer
Schieferdeckung vollständig instandgesetzt werden. Alle Holzbauteile
wurden in traditionellen Verbindungen repariert und verstärkt.
Die Eindeckung der Hauben erfolgte in altdeutscher Deckung mit Thüringer
Schiefer, die Laternenböden erhielten eine Bleiabdeckung wie auch
die Laternensäulen (Aufrichter). |
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Stand Herbst 2003 Stand Sommer 2006 |
| St. Johannes in Nausitz / Thüringen | ||
Projekt |
Sanierung der Kirche St. Johannes in Nausitz/ Thüringen |
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| Bauherr | Ev. Kirchspiel Wiehe, Markt 10, 06571 Wiehe![]() |
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| Bauzeit | seit 2002 |
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| Bestand | Der Ort Nausitz wird urkundlich erstmals 1157 als Nuseze
erwähnt. Es wird vermutet, daß der Kirchturm einige Zeit danach,
vermutlich im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Der untere Teil des Chorturms
ist aus dieser Zeit erhalten geblieben. Auf eine ursprünglich Funktion
als Wehrturm deuten Wandstärke und Fenster in Form von Schießscharten
haben, hin. Im Chorinnenraum verweisen Kreuzgewölbe und die auf Kämpfergesimsen
gelagerten Rundbögen an der Ost- und Westwand auf die romanische
Kirchengründung. An der Ostwand des Turmes zeigt sich im Bereich
des Rundbogens Anschlußmauerwerk für die mit Sicherheit dort
befindliche Apsis (in Form einer Konche?). Um 1700 wurde der Turm durch ein leicht verjüngtes Fachwerk - Zwischengeschoß und ein oktogonales Glockengeschoß mit welscher Haube und offener Laterne erhöht. Aus dieser Zeit stammt auch das heutige schlichte Kirchenschiff, welches 1838 in Teilen der Außenfassade und im gesamten Innenraum stark neugotisch überformt wurde. |
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| Problem | Im Jahr der Bestandsaufnahme 2002 befand sich die Kirche
in einem besorgniserregenden Zustand. Gottesdienst wurde in dem z.T. baufälligen
Denkmal bereits seit längerer zeit nicht mehr abgehalten, ein Abbruch
war bereits diskutiert wurden.![]() |
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| Ausführung | Dem besonderen Engagement von Pfarrer, Kirchgemeinde und später
dem Kirchbauverein war es zu verdanken, daß eine Rettungsaktion
in greifbare Nähe rückte. Noch 2002 wurde mit der Sicherung
des Dachstuhles im Kirchenschiff begonnen und schon im Jahr 2003 erweiterte
sich dieser Bauabschnitt und konnte mit der Instandsetzung des Dachstuhls
und der Dachneueindeckung abgeschlossen werden. Noch Ende 2003 wurden
die Arbeiten mit der zimmermannsmäßigen Reparatur der Turmhaube
und der Neuschieferung fortgesetzt. Seit 2006 wird in Eigenleistung des Kirchbauvereins unter fachlicher Anleitung die Instandsetzung des Außenputzes von Turm und Kirchenschiff durchgeführt. Erneuert werden konnten außerdem die Schallluken im Turm, die Fenster im Kirchenschiff und die Treppe im Kirchenschiff zum Turm. Der Kirchbauverein plant in Kürze den Abschluß der Putzarbeiten und den Beginn der Reparatur von Holztonne sowie Kirchentüren. ![]() |
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| St. Nicolaus Kloster in Zella / Thüringen | ||
Projekt |
Sanierung der Klosterkirche St. Nicolaus Kloster Zella/ Thüringen |
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| Bauherr | Heimstätte Kloster Zella e.V., 99976 Struth![]() |
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| Bauzeit | bauhistorische Untersuchung 2006 |
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| Bestand | Der heutige Bau stellt eine lang gestreckte Saalkirche mit
eingezogener Apsis dar, an deren Nordseite etwa mittig ein Treppenturm
angebaut ist, der die innere Empore im Westen sowie den Dachstuhl erschließt Mit ihren schlichten Formen und durch die zahlreichen späteren Veränderungen fällt die Datierung der Kirche schwer. Die Bauzeit sollte wegen der Röllchenfriesspolien nicht vor 1130 angesetzt werden, wahrscheinlicher ist die Datierung Mitte bis Ende des 12. Jahrhunderts. |
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| Problem | Die Außenhülle der Klosterkirche, insbesondere
die Südwand, weist umfangreiche Schäden im bereich der Verfugung,
Putz und Steinsetzung auf. Im Jahre 2005 mit der historischen Bauforschung der St. Nicolaus Kirche in Zella beauftragt sollte das Ergebnis dieser Untersuchung dazu beitragen, vorhandene Quellen im bauhistorischen Kontext zusammenzustellen und auszuwerten. Es stellte sich die Frage, ob die zahlreichen Umbauten der Klosterkirche untereinander in Beziehung gebracht werden können und ob sie den aus den Quellen bekannten Bau- und Umbauphasen der 1630’er Jahre und des zwanzigsten Jahrhunderts zugewiesen werden können. Da für Kloster Zella kein Gründungsdatum bekannt ist – nur das Jahr 1215 ist als terminus ante quem anzunehmen – war zu klären, ob durch Baugestalt und Baudetails der Kirche Aussagen über deren Alter möglich sind. Die Erkenntnisse der bauhistorischen Untersuchung sollen dazu dienen, anstehende Sanierungsarbeiten am Mauerwerk und die damit verbundenen Entscheidungen über Putztextur oder Steinsichtigkeit auf fundierte Voruntersuchungen zu stellen. ![]() ![]() |
| Ev. Pfarrkirche in Worbis / Thüringen | ||
| Projekt |
Umbau und Sanierung des ehemaligen Remisengebäudes und der ev. Pfarrkirche der Kirchengemeinde St. Peter & Paul in Worbis/ Thür. |
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| Bauherr |
Evangelische Kirchengemeinde St. Peter und Paul Worbis |
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Bauzeit |
2005/2006 |
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| Bestand | Bereits im Jahre 1373 ist
die Stadt Worbis durch Kauf in den Besitz der Erzbischöfe von Mainz
gelangt. Durch den Reichsdeputations-hauptschluss gelangte sie 1802 an
Preußen und wurde Kreisstadt. Im Norden der Stadt Worbis stand im
Mittelalter eine Wasserburg der Herren von Bültzingslöwen –
vermutlich die Harburg, die 1525 im Bauernkrieg zerstört wurde. An
ihrer Stelle wurde ab 1528 (d) ein Gebäudekomplex errichtet, der
wohl seit 1576 als Rentamt des Kurmainzer Landesherren diente. Als Besitz
des Erzbischofs von Mainz wurde Worbis nach der Reformation schnell wieder
rekatholisiert. So war die Zahl der evangelischen Christen in der Stadt
bis ins frühe 19. Jahrhundert verschwindend gering, stieg dann aber
unter preußischer Herrschaft durch den Zuzug von Verwaltungsbeamten
und. Im Jahre 1857 wurde eine eigene evangelische Kirchgemeinde gegründet.
Auf Bitte evangelischer Bürger an die Pastoral – Hilfsgesellschaft
in Berlin wurde 1846 eine Hilfspredigerstelle eingerichtet. Im Folgejahr
überließ König Friedrich Wilhelm IV. der Gemeinde das
„Fruchtschüttgebäude“ als Kirche und ermöglichte
ihr den Kauf des „Rentamtes“ (SW Flügel) als Pfarrhaus.
Der SO – Flügel wurde 1847 zur Kirche umgebaut und am 05.12.1847
geweiht. Außerdem wurde eine (zunächst private, ab 1853 öffentliche)
evangelische Schule eingerichtet. 1858 wurde der zur heutigen Burgstraße
gelegene Giebel abgetragen und durch einen neuen ersetzt, der die neue
Nutzung durch ein kleines Mitteltürmchen mit zwei Glocken auch in
den Stadtraum hinein darstellt Am 01.06.1886 wurde die Kirche nach einem
Wolkenbruch bis zu 2 m hoch überflutet, die Fenster und das Portal
zerstört. In den Folgejahren bis 1893 erhielt die Kirche eine neue
Innenausstattung mit Erneuerung des Anstrichs, dem Einbau von Fußbodenfliesen
und farbigen Fenstern, der Erneuerung des Altars, der Kanzel, der Orgel
sowie eines Kronleuchters. Auch der Einbau der gekrümmten Fachwerkwand,
die den Altarraum apsidial ausrundet, ist wohl dieser Renovierung zuzuordnen.
1945 wurde durch die Druckwelle einer explodierenden Bombe ein bemaltes
Fenster zerstört und weitere beschädigt. 1950 konnten in den
früheren Schulräumen neue Gemeinderäume und ein Konfirmandenheim
eingerichtet werden.![]() ![]() |
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| Ausführung |
Im Jahre 2005 wurde der
Kirchengiebel aufwendig restauriert, Ende 2006 wurde die denkmalgerechte
Sanierung des ehemaligen Fruchtschüttgebäudes mit einem Umbau
zu einem Jugendfreizeit- und Tagungshaus sowie die Innensanierung der
Kirche abgeschlossen. Ziel der Umbau- und Sanierungsarbeiten des gesamten Gebäudekomplexes war es, das ehemalige Remisengebäude, welches bisher als Jugend- und Freizeithaus genutzt wurde, jedoch in keinster Weise mehr den heutigen Ansprüchen an solch eine Einrichtung genügte, zu revitalisieren und den Bestand langfristig zu sichern. Die ehemaligen Garagen im Erdgeschoß wurden zu einem großen Gemeinschaftsraum mit Küche, Behinderten-WC und Garderobe umgebaut. Im Ober- und Dachgeschoß wurden moderne Beherbergungsräume für 29 Personen sowie Gemeinschaftswaschräume und Toiletten eingerichtet. Die Ausstattung ist zweckmäßig und modern. Umfangreiche Arbeiten am bestehenden Entwässerungssystem sowie Trockenlegungs- und Unterfangungsarbeiten waren notwendig. Das Dach wurde im Zuge der Sanierungsarbeiten teilweise erneuert. Die Sanierung des historischen Gebäudes erfolgte unter der Verwendung von ökologischen Baustoffen. Die Außenwände erhielten eine Schilfrohrinnendämmung mit Kalkputz. Die Außenfenster wurden als mehrflügelige Holzfenster mit Wärmeschutzverglasung erneuert, die Fußböden mit neuen Lärchendielen (geölt und gewachst) belegt. Die Kirche erhielt eine neue moderne Fensterschutzverglasung in Stahlprofilen. ![]() Blick in die Innenräume – Zimmer und Treppenhaus |
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| St. Trinitatis in Keula / Thüringen | ||
Projekt |
Turmsanierung der Kirche St. Trinitatis in Keula |
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| Bauherr | Ev. Kirchgemeinde Keula, Pfarrer Dietzhold![]() |
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| Bauzeit | 2004 |
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| Bestand | Die St. Trinitatius Kirche in Keula wurde als dreiachsiger
Saalbau mit geradem Westabschluss und östlichem Chorturm errichtet. Die Datierung der Keulaer Dorfkirche ist unsicher. Sicher deutet eine Baunaht den späteren Anbau des Kirchenschiffes an den Turm an, der deutliche Wesenszüge eines mittelalterlichen Wehrturmes aufweist. (14. Jhd.) Das Kirchenschiff weist mit seiner überkommenen Ausstattung alle Stilmerkmale der Renaissance auf, nach Inschrift für die Stifter wurde es 1653 errichtet. |
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| Problem | Eine Vernetzung der Schäden von Mauerwerk und Holzkonstruktion
ist unübersehbar. Das ausgewaschene, durch Ausbauchung und Schiefstellung stark geschädigte Mauerwerk ist nicht in der Lage die zusätzlichen Horizontallasten der Dachkonstruktion aufzunehmen. Der ausgerissene Dachbinder kann kein unverschiebliches Dreieck mehr bilden, durch die stetige Last auf die Emporenbrüstung ist dieses bauzeitliche Element durch Schiefstellung ebenfalls stark gefährdet. Die Dacheindeckung von Kirchenschiff und Turm ist geschädigt, eindringende Feuchte erhöht den Grad der Zerstörung exponentiell. Aus akutem Gefährdungspotential heraus mußte die zweite Empore aus diesem Grunde im Juni 2002 gesperrt werden. Stockwerkschwelle und Rähme sind an vielen Stellen (insgesamt ca 15 Meter Schadstelle !!) massiv geschädigt, teilweise ist schon die totale Zerstörung zu verzeichnen.Aus diesem Grunde ist das sich in einem labilen Gleichgewicht befindliche zweischalige Mauerwerk der Kirche weiterhin stark gefährdet. ![]() |
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| Ausführung | Die im Jahre 2002 ausgearbeitete denkmalpflegerische Zielstellung
untersuchte sämtliche Problembereiche, es wurden detaillierte Lösungsvorschläge
ausgearbeitet. Im Jahre 2004 konnten nach erfolgreicher Beantragung von
Fördermitteln durch unser Büro die geplanten Sanierungsmaßnahmen
im Turmbereich ausgeführt werden. Der Abnahme des Asbestbehanges
folgte die vollständige zimmermannsmäßige Instandsetzung
der Turmhaube. Die Neuverschieferung in altdeutscher Deckung beinhaltete auch die Rekonstruktion des historischen Turmknopfes. Es wurde besonders ressourcenschonend geplant und gearbeitet, so dass zusätzlich noch die mauerwerksmäßige Instandsetzung des Turmschaftes ausgeführt werden konnte. Der speziell auf den historischen Bestand abgestimmte Kalkputz mit hohem grobkörnigen Anteil in angepasster Oberflächentextur des 17. / 18. Jahrhunderts gab zumindest einem Teil des Bauwerkes wieder einen würdigen Rahmen. |
| St. Ursula in Wiehe / Thüringen | ||
Projekt |
Denkmalpflegerische Instandsetzung der Kirche St. Ursula in Wiehe
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| Bauherr | Ev. Kirchspiel Wiehe, Markt 10, 06571 Wiehe |
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| Bestand | Die im Kern frühgotische Saalkirche St. Ursula in Wiehe
wurde vermutlich bereits vor 1250 errichtet. Im 30-jährigen Krieg
wurde die Kirche von schwedischen Truppen zerstört, 1659 brannte
sie nach einem Blitzschlag völlig aus. Im Jahre 1743 wurde die Kirche
in vereinfachter Form als Saalkirche ohne Turm unter Verwendung der gotischen
Bauteile des Chores wiederaufgebaut. |
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| Problem | Die Kirche wies vor Beginn der Baumaßnahmen umfangreiche
Schäden im Bereich de Außenmauerwerkes auf. Der völlig
desolate Putz verdeckte kaum noch die starken Rißbildungen und Setzungen,
das Sockelgesims war vollkommen zerstört. Aufgrund der Qualität
und der chemischen Zusammensetzung der verwendeten Nebraer Sandsteine
bzw. Belastung mit bauschädlichen Salzen (z.B. Magnesiumsulfate)
mußte bei ausbleibenden Baumaßnahmen mit einem rapide fortschreitenden
Verfallsprozeß gerechnet werden. In einem bereits vorangegangenen
Bauabschnitt waren bereits das Dach neu gedeckt und die Fundamente saniert
wurden. |
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| Zielstellung | Gemeinsames Ziel von Bauherr und Architekt war und ist die
schrittweise Instandsetzung der Kirche und die künftige Nutzung als
Friedhofskirche. Bemerkenswert hierbei ist das hohe Engagement der Kirchengemeinde
und des kürzlich gegründeten Fördervereins.
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| Ausführung | Im Jahr 2002 erfolgte mit Mitteln der Städtebauförderung,
der Stadt Wiehe und des Arbeitsamtes die Instandsetzung der Außenwände
bis zur endgültigen Farbgebung in einem Umfang von 100.000 EUR. Im Jahr 2008 konnte die Instandsetzung des Innenraumes durchgeführt werden (Fußboden, Innenputz, Elektroanlage, Emporen)- Umfang ebenfalls ca. 100.000 EUR. Nach Beendigung dieses Bauabschnittes kann die Kirche nunmehr als Friedhofskirche und für kleinere Konzerte genutzt werden. Die Einweihung erfolgt am Reformationstag 2008
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| St. Michael in Hassleben / Thüringen | ||
Projekt |
Sanierung der Kirche St. Michael/ Hassleben, Thüringen |
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| Bauherr | Ev. Kirchengemeinde Hassleben |
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| Bauzeit | seit 2003 |
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| Bestand | Die Pfarrkirche St. Michael in Haßleben wird aufgrund
einer Inschrift in der Südseite der Kirche 1593 nach der Fertigstellung
durch Valten Vischer, Hans Riese und Hieronymus Hochheim erstmals erwähnt.
Das kreuzgratüberwölbte Turmerdgeschoß deutet allerdings auf einen mittelalterlichen Vorgängerbau hin. Im 18. Jh. erfolgte die barocke Umgestaltung insbesondere des Kirchenschiffs, in dieser Zeit dürfte der Turm auch seine barocke Haube erhalten haben. Der Umbau hinterließ augenscheinlich im Innenraum seine Spuren. Die bis zum heutigen Tage erhaltene Ausstattung kann dem Ende des 18. Jh. zugeordnet werden und geht im wesentlichen auf Herzog Carl August von Sachsen Weimar zurück (Initialen in der Herrschaftsloge an der Nordseite). |
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| Problem | Kirchenschiff
Turm - Außen
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| Ausführung | Im Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen von Kirchgemeinde
und Kirchbauverein konnte 2003 der erste Bauabschnitt begonnen und 2004
abgeschlossen werden: die Fortsetzung der Dacheindeckung mit Bibern, die
Errichtung von Gaupen nach historischem Vorbild und historischen Fotos
sowie die Sicherung der Dachkonstruktion des Kirchenschiffs mittels Zuganker.
In den Jahren 2008 und 2009 erfolgte die aufwendige statische Instandsetzung
des Turmes (Einbau von Ankern und Nadeln im Injektionsstrumpfverfahren)
sowie die Restaurierung der Wandoberflächen. Ein besonderer Schwerpunkt
war die Rekonstruktion der barocken Haube unter Verwendung noch vorhandener
Bauteile nach alten Fotoaufnahmen. |
| St. Marien in Oppershausen / Thüringen | ||
Projekt |
Sanierung der Kirche St. Marien in Oppershausen/ Thüringen |
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| Bauherr | Ev. Kirchengemeinde Oppershausen Bestand
2004 |
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| Bauzeit | Sommer/ Herbst 2006 |
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| Bestand | Als romanische Chorturmkirche mit eingezogenem Ostturm vermutlich
aus der Mitte des 12. Jh. gehört sie dem Typus nach zu den ältesten
sakralen Bauwerken Thüringens. Westlich schließt sich das einschiffige,
im Kern spätgotische Kirchenschiff mit Satteldach (liegender Kehlbalkenstuhl)
an. Das Erscheinungsbild des Innenraumes ist im wesentlichen geprägt
durch die Umbauten Mitte des 19. Jh. |
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| Problem | Die Außenwände zeigten deutliche Verformungen
im Bereich der Mauerkrone, die auf Schäden in der Dachkonstruktion
deuteten. Die Dachdeckung war an mehreren Stellen defekt, so daß
ständig Feuchtigkeit eintrat. Die ehemaligen Gaupen waren bereist
durch liegende Drahtglasfenster ersetzt worden. |
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| Ausführung | Nach langjähriger Vorbereitung und gesicherter Finanzierung
begannen im Sommer 2006 die Arbeiten zur Instandsetzung von Dachstuhl
und Dacheindeckung incl. der Rekonstruktion der Gaupen. Im Zuge der Arbeiten am Dachstuhl wurden zur Sicherung der Mauerkrone im Bereich der Hauptgebinde Stahl – Zuganker eingebaut, alle Schäden wurden traditionell zimmermannsmäßig repariert. Nach Öffnen der Dacheindeckung konnten anhand alter Blatt- und Zapfenspuren die Gaupen rekonstruiert werden. Mit den zur Verfügung stehenden Restmitteln wurde zusätzlich der Westgiebel verfugt und einige Fenster repariert. Insgesamt flossen ca. 50.000 EUR in die Instandsetzung der Kirche |
| Kirche Apostel Simon und Judas in Neustadt / Thüringen | ||
Projekt |
Innenraumsanierung der Kirche Apostel Simon und Judas in Neustadt |
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| Bauherr | Kathol. Kirchgemeinde Neustadt, Pfarrer Klapprodt![]() |
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| Bauzeit | 2002/2003 |
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| Bestand | Die Apostel Simon und Judas Kirche wurde 1736 erbaut. Die
Weihe wurde 1739 durch Weihbischof Christoph Ign. von Gudenus vorgenommen.
Die Kirche wurde als dreiachsiger Saalbau mit hohen rundbogigen Fenstern,
polygonalem Ostchor und eingezogenem westlichen Glockenturm errichtet.
Ursprünglich war die Kirche mit verputzt, die Eckquaderungen waren sichtbar. Das Seitenportal im Südwesten trägt die Bauinschrift 1736.Das Gewände ist profiliert und besitzt einen Architrav mit auskragendem Hauptgesims. Das heutige Hauptportal im Westen ist jüngeren Datums. Der darüber liegende Inschriftenstein ist unleserlich. Der Westturm ist nur an der Nord- und Südseite durch Rundbogen- und kleine Rechteckfenster geöffnet. Die formale Ausprägung ist wesentlich durch die Form des Turmhelmes geprägt. Der querrechteckige Grundriss des Turmes wird über verschieferte Schleppdächer in eine quadratische Turmstube überführt. Der obere Abschluß besteht aus Schweifhaube mit offener Laterne und Spitzhaube. Im Inneren des Kirchenschiffes befinden sich Tonnengewölbe mit kreuzförmig eingeschnittenen Stichkappen. Die flach gedeckte Turmhalle ist zum Kirchenschiff durch einen Korbbogen geöffnet. Die Außenwände des Kirchenschiffes sind durch Pilaster gegliedert,dazwischen befinden sich rundbogige Blendnischen mit eingestellten Fenstern. Die Orgelempore im Westen besitzt eine gefelderte Brüstung, die Orgel wurde im Jahre 1962 durch die Gebr. Jehmlich aus Dresden gebaut. Der barocke Hochaltar besitzt ein bemaltes Altarblatt mit der Darstellung der betenden Maria, er stammt etwa aus dem Jahre 1740. Im Aufsatz befindet sich eine Taube des heiligen Geistes, darunter finden sich Engel. Die Seiten sind durch weiß gefasste Heiligenfiguren vor Säulenstellungen verziert. An der Langhaussüdwand befindet sich eine gefasste Madonna aus dem 18. Jahrhundert. Das Satteldach mit Tonfalzziegeln aus dem Jahre 2001 hat über dem polygonen Ostgiebel einen Vollwalm. |
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| Problem | Kirchengemeinde und Bischöfliches Bauamt waren nach
ausführlicher Diskussion überein gekommen, den Innenraum einer
vollständigen Überarbeitung und Restaurierung zu unterziehen.
Schwerpunkt sollten die Farbgebung nach hist. Befund, die Neugestaltung
des Fußbodens sowie die Erneuerung von Fenstern und Gestühl
haben.![]() |
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| Ausführung | Im Jahr 2002 begannen die Arbeiten planmäßig
im Innenraum. Der Innenputz wurde grundlegend instandgesetzt, im Sockelbereich
gänzlich erneuert. Der Fußboden erhielt rote Sandsteinplatten
auf einem diffusionsoffenen und wärmedämmenden Blähtonunterbeton
mit seitlichem Kiesstreifen. Orgel und Empore wurde behutsam restauriert.
Die Fenster wurde nach einem Entwurf der Erfurter Glasgestalterin E. Körber
in Stahlrahmen gefertigt. Kirchenbänke und Beichstuhl erhielten nach mehreren Architektenentwürfen durch eine ortsansässige Tischlerei ihr endgültiges Aussehen. |
| Antoniusspital in Mühlhausen / Thüringen | |
Projekt |
Sanierung ehem. Antoniusspital Mühlhausen, Holzstraße 13 |
| Bauherr | Herr K. Ewers, Mühlhausen |
| Bauzeit | 2003 - 2005 |
| Bestand | Das Antoniusspital war im Jahre 1207 eine neugegründete
kirchliche Einrichtung in der städtischen Konsolidierungsphase der
Stadt. Es handelte sich dabei um ein Spital für die Vollbürger
der Stadt. Die Kapelle besitzt mit dem Portal noch Reste aus der Bauzeit um 1270. Sie ist bereits kurz nach der Erbauung durch einen polygonalen Chor verlängert worden, wiederum kurze Zeit später wurde die Sakristei angesetzt. Der westlich der Antonius-Kirche liegende Fachwerkkomplex besteht aus unterschiedlich zu datierenden Gebäuden. Die baulichen Merkmale des Erdgeschosses und des aufsitzenden Fachwerks weisen in die Mitte des 17. Jh. und sind kurz nach dem Brand 1649 entstanden. Das nördliche Gebäude an der Stadmauer wurde nach dem Brand im Jahre1892 in geschnittenem Weichholz als Fachwerkbau neu errichtet. |
| Ausführung | Der Bauherr plante die Instandsetzung und Revitalisierung
des ehemaligen Antoniusspitals als Seminar- und Freizeithof AntoniQ. Innerhalb der betrachteten Gebäudeteile war die Errichtung von Seminarräumen, Speiseräumen und zugeordneten Gästezimmern ( 22 Zimmer mit 66 Betten) vorgesehen. In der Kapelle wurde ein Seminar- und Begegnungsraum vorgesehen, die Sakristei soll als Besprechungsraum genutzt werden. Die Fassaden der Fachwerkgebäude
wurden behutsam zimmermannsmäßig instandgesetzt, die Gefache
und Gefachputze repariert und nach restauratorischem Befund das Farbkonzept
umgesetzt. |
![]() |
| Kirche St. Johannis in Urbach / Thüringen | |
Projekt |
Sanierung Kirche St. Johannis in Urbach/ Thüringen ![]() |
| Bauherr | Ev. Kirchengemeinde Urbach |
| Bauzeit | 2000/ 2001 |
| Problem | Der Turm dieser Kirche ist von 1080 und zählt somit
zu den ältesten in Thüringen. Das Kirchenschiff ist auf 1840
datiert. Die einschiffige Saalkirche zeigte Schäden an Dach- und Holzkonstruktionen, Mauerwerk sowie der Außenfassade und dem Innenbereich der Kirche. ![]() |
| Ausführung | Im Vordergrund der Sanierungsarbeiten stand die Sicherung
der Originalsubstanz zur weiteren Nutzung des Kulturdenkmals. Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurde der Turmhelm zimmermannsmäßig instand gesetzt sowie neu verschiefert. Das Kirchenschiff erhielt eine neue Dachhaut. Aufgrund der bei den Dacheindeckungsarbeiten entdeckten Schäden, waren umfangreiche Instandsetzungsarbeiten an der Dachkonstruktion erforderlich. Die Fenster im Kirchenschiff wurden erneuert bzw. aufgearbeitet. Im Zuge dieser Maßnahme und zahlreicher Reparaturarbeiten an der Kirchendecke wurden Putzreparaturarbeiten sowie Stuckarberbeiten notwendig. Bis auf die Holzbänke erhielt der Innenraum sowie die Emporen eine neue Farbfassung. Der Kanzelaltar wurde aufwändig restauriert. Insgesamt flossen 120.000 € in die Kirchensanierung. ![]() |
| St. Vitus in Ammern / Thüringen | |
Projekt |
Sanierung der St. Vitus Kirche in Ammern / Thüringen ![]() |
| Bauherr | Ev. Kirchengemeinde Ammern, Herrenstr. 20, 99974 Ammern, Pfarrerin Reiß |
| Bestand | Die sich dem Besucher darstellende Chorturmkirche stammt
im Kern seines Langhauses aus der Romanik. Um 1270 wurde der bestehende Turm mit seinen spätgotischen Lanzettfenstern gebaut und im Historismus um einen Zinnenkranz erweitert. Epochale Überlagerungen aus Renaissance und Barock deuten weitere Umbauten im Bereich Fenster, Türen und Innenausstattung an. |
| Problem |
Aufgrund umfangreichster Schäden waren die notwendigen Arbeiten
unumgänglich geworden. Die sichtbaren Schäden an der Außenhülle
der Kirche lassen sich folgendermaßen beschreiben : |
| Zielstellung | Nach der Sicherung des Mauerwerkes sollte ein regionaltypischer
Ziegelsplittputz in epochespezifischer Textur aufgebracht werden. Der Dachstuhl soll durch zusätzliche Maßnahmen unterstützt werden, die historischen Lösungsmöglichkeiten entsprechen. |
| Ausführung | Die Ausführung erfolgte von 1998 bis 2000 in 2 Bauabschnitten. Die durch Schalenbildung aufgelösten Wandteile wurden wieder kraftschlüssig verbunden. Zum Einsatz kamen Einzelnadeln aus Edelstahl. Die Hohlraumfüllung wurde durch Injektionsschaum-mörtel (ISM) wiederhergestellt. Der Dachstuhl wurde durch schrägliegende Zugbänder mit Schwalbenschwanzverbindungen stabilisiert, eine ursprünglich selbst mittelalterliche Konstruktionsform. Der außen verwendete Kalkputz wurde nicht gestrichen, sondern mit Ziegelmehl und Ziegelsplitt versetzt und in seiner natürlichen Farbigkeit belassen. Im Laufe der Jahre wird sich der Splittanteil freiwaschen und den in dieser Region so typischen, rot nuancierten Farbton annehmen. Die Verarbeitung erfolgte in Handarbeit. Deutlich ist die Pontate (Gerüstbauzone) und die unterschiedliche Ausdrucksform der Handwerker ablesbar (Rechts- bzw. Linkshänder). Durch die Trockenlegung im Innenraum (Kies / Kalk, MV 10:1) hat sich das Raumklima in der Kirche deutlich verbessert. Der feucht muffige Geruch ist vollständig verschwunden. |
Die Südseite nach der Sanierung, Febr. 2001
Blick in den Chor mit den konservierten Fresken |
| St. Pancratius in Horsmar / Thüringen | |
Projekt |
Sanierung der St. Pancratius Kirche in Horsmar/ Mühlhausen ![]() Der marode Putz mußte völlig entfernt werden |
| Bauherr | Ev. Kirchengemeinde Horsmar, Beberstedter Str. 26, 99976
Horsmar, Pfarrer Niemann |
| Bestand | Die St. Pancratius Kirche wurde 1721 geweiht, der Turm wurde
bereits 1519 auf romanischen und gotischen Bauresten aufgebaut. Die Chorturmkirche
als einschiffiger Saalbau gehört mit seiner überkommenen barocken
Innenausstattung zu den Kulturdenkmälern von überregionalem
Rang. Der bemalten Tonnendecke und den Emporenkassetten ist ein, im Figurenstil
eleganter, breit angelegter erzählender Duktus zu eigen, der für
evangelische Kirchen äußerst selten ist und durch den Wetteifer
mit den benachbarten katholischen Eichsfeldgemeinden seine Begründung
findet. |
| Problem |
Größtes Problem bestand in der Auswaschung des historischen
Mörtels und der damit verbundenen Durchfeuchtung der Wände,
die partiell schon einen Verlust der Hohlraumfüllung aufwiesen.
Abrißerscheinungen im Bereich des Kirchturmes, Ausbeulungen und
Abschalungen sowie Schäden an den Holzkonstruktionen wiesen eine
Vernetzung des Schadensbildes auf, es handelte sich um Systemschäden. |
| Zielstellung | Nach der Sicherung des Mauerwerkes sollte ein auf den Bestand
ausgerichteter Ziegelsplittmörtel auf Kalkbasis das Mauerwerk vor
weiterem Feuchteeintrag schützen. |
| Ausführung | Die Ausführung erfolgte von 1998 bis 1999 in 2 Bauabschnitten.
Die durch Schalenbildung aufgelösten Wandteile wurden wieder kraftschlüssig
verbunden. Zum Einsatz kamen bei diesem ahistorischen Vernadelungsverfahren
Einzelnadeln aus Edelstahl. Beim Injektionsmörtel wurde auf Zement
verzichtet. Partielle Hohlraumfüllung wurde durch Muschelkalkmörtel
erreicht. Für den Putzauftrag wurde ein zementfreier Kalkmörtel
mit Ziegelsplittzuschlag gewählt, der in seiner Verarbeitung auf
der Grundlage historischer Putztechniken des 18. Jahrhunderts basierte
und dessen Oberflächentextur mit dem individuellen Bewegungsrythmus
des Putzers korrespondierte. |
Der Neuverputz erfolgte mittels Kalkmörtel mit Ziegelsplittanteil |
| St. Nicolai in Mühlhausen Thüringen | |
Projekt |
Einbau eines Gemeindesaales in die Nicolaikirche Mühlhausen ![]() Blick von der Empore |
| Bauherr |
Ev. Kirchspiel Mühlhausen, Joh. Seb. Bach Platz 4, 99974 Mühlhausen |
| Bestand | Die Nicolaikirche aus dem 13. Jh. kann als die bedeutendste
und größte Vorstadtkirche Mühlhausens bezeichnet werden.
Aufgrund fehlender Versammlungsmöglichkeiten für die Kirchgemeinde
zu verschiedenartigen Anlässen außerhalb der Kirche entschloß
sich der Bauherr zum Einbau eines Gemeindesaales in die Kirche für eine multifunktionale Nutzung. |
| Problem | Der Einbau eines Saales in eine mittelalterliche Kirche
erfordert besonderes Einfühlungsvermögen beim Umgang mit historischer
Bausubstanz und die Synthese mit Mitteln moderner Architektur. |
| Zielstellung | Vorgesehen für den Einbau des Saales war der Bereich
unterhalb des östlichen Teils der nördlichen Seitenempore unter
Einbeziehung der Taufkapelle. In westliche Richtung erfolgt die Ausdehnung
über zwei Joche, der Saal sollte sich um ca. 1m nach Süden in
das Mittelschiff ausdehnen. Um den Gesamtraumeindruck der Kirche so wenig
wie möglich zu beeinträchtigen, kam nur eine moderne, besonders filigrane Glas-/ Stahlkonstruktion von höchster Transparenz als Raumabschluß in Frage. Vorgegeben wurde vom Bauherrn ein Kostenbudget von 110.000 DM Gesamtkosten für den 60 m² großen Saal. |
| Ausführung | Die Bauausführung erfolgte von Oktober 1998 bis März
1999. Nach dem Abbau von Bänken und Podesten, Entfernen von Putz
und Farbe erfolgte die Verfugung der großformatigen Travertinquader. Partiell mußten Maßnahmen zur Hausschwamm - Beseitigung durchgeführt werden. Gegen einen anfangs geplanten mineralischen Dämmputz sprach die hohe Konzentration von Nitraten im Mauerwerk. Auf dem ungesperrten, wärmedämmenden Blähton–Kalk–Estrich wurden alte und neue Travertinplatten verlegt. Die bereits vorgefertigte, filigrane Stahl–Glas–Konstruktion konnte in kurzer Zeit eingebaut werden. In den historischen Bestand der Kirche wurde an keiner Stelle eingegriffen, alle Bauteile sind reversibel und leicht zu demontieren. (Stahlbau : Firma Reiche, Gospiteroda). Die Beheizung erfolgt über Nachtspeichergeräte, aufgrund des diffusionsoffenen Fußbodens ist eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit auf Dauer sichergestellt. |
Blick vom Seitenschiff auf dieRückwand
Innenraum (mit unpassender Bestuhlung...) |
| Stülerkirche in Gehofen / Thüringen | |
Projekt |
Denkmalpflegerische Instandsetzung der Stülerkirche Gehofen/ Kyffhäuserkreis in Thüringen Die Kirche vor Beginn der Arbeiten |
| Bauherr |
Ev. Kirchspiel Wiehe, Markt 10, 06571 Wiehe, Pfarrer Sauer |
| Bestand | Die Pfarrkirche Gehofen wurde 1859 durch Stüler als
einschiffige, neugotische Saalkirche errichtet. Die Kirche weist bereits
nach nur 140 Jahren umfangreiche Schäden im Dach- und Außenwandbereich
auf. Besonders kritisch hierbei ist die stark fortgeschrittene Verwitterung
der Sandsteinoberflächen bis zur partiellen Zerstörung. Die Dachdeckung aus Schindeln war vollkommen desolat, die Dachkonstruktion stark zerstört. |
| Problem | Aufgrund der Qualität und der chemischen Zusammensetzung
der verwendeten Nebraer Sandsteine bzw. Belastung mit bauschädlichen
Salzen (z.B. Magnesiumsulfate) mußte bei ausbleibenden Konservierungsmaßnahmen
mit einem rapide fortschreitenden Verfallsprozeß gerechnet werden.
|
| Zielstellung | Gemeinsames Ziel von Bauherr und Architekt ist die schrittweise
Instandsetzung der Pfarrkirche. Bemerkenswert hierbei ist das hohe Engagement
der Kirchengemeinde. In Anbetracht der umfangreichen Schäden, die
in der kurzen Zeitspanne, die seit Errichtung der Kirche vergangen ist,
entstanden sind, müssen kurzfristig Maßnahmen eingeleitet werden,
um dem Zerfallsprozeß Einhalt zu gebieten. Aufgrund der notwendigen,
hohen Bausummen ist die Kirchengemeinde auf umfangreiche Fördermittel angewiesen. |
| Ausführung | Im Herbst 1999 erfolgte mit Mitteln des TLD und Mitteln
des Bauherrn eine Notsicherung der oktogonalen Glockenstube. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, dem TLD und dem Arbeitsamt Nordhausen war die Durchführung eines Modellvorhabens zur Problematik der Sandsteinkonservierung, -restaurierung, -festigung und Entwicklung marktgängiger Mörtel vorgesehen. Erste Voruntersuchungen dazu wurden im Oktober 2000 begonnen. Beginn des Bauvorhabens mit einem Umfang von 600.000 DM war April 2001. Mit einem Knopffest konnte im August die Fertigstellung der Turmhaube gefeiert werden. Für die dringend notwendige Instandsetzung des Hauptdaches wurde ein weiteres Modellvorhaben in Zusammenarbeit mit der DBU und der Stiftung Naturschutz in Thüringen gestartet. Ziel war die denkmalgerechte Sanierung des Daches unter Beachtung der bedeutenden Fledermaus - Wochenstuben im Bereich des Dachbodens. Die Arbeiten konnten im Herbst 2003 beendet werden. |
![]() Turm und Kirchendach nach der Sanierung 2004 |
| St. Jacobi in Zaunröden / Thüringen | |
Projekt |
Denkmalpflegerische Instandsetzung der Pfarrkirche St. Jacobi (Friedenskirche) in Zaunröden/ Keula in Thüringen ![]() |
| Bauherr | Ev. Kirchspiel Rüdigershagen - Pfarrer Rymatzki |
| Bestand | Die Hülle der aus dem 16. Jh. stammenden spätgotischen
Saalkirche mit bemerkenswerter barocker Ausstattung befand sich in einem
schlechten, z.T. bedrohlichen Bauzustand. |
| Problem | Aufgrund der bestehenden Schäden und der damit verbundenen
starken Schiefstellung bestand mittelfristig Einsturzgefahr für den
Kirchturm. Hier mußte kurzentschlossen gehandelt werden. Dach und
Außenputz befanden sich ebenfalls in einem sanierungsbedürftigen
Zustand. |
| Zielstellung | Gemeinsames Ziel von Bauherr und Architekt war die Instandsetzung
der Pfarrkirche in zwei Bauabschnitten. Maßgeblicher Baustein bei der Finanzierung des Gesamtvorhabens waren neben Mitteln der Denkmalpflege sowie Eigenmitteln Zuschüsse des ArbeitsamtesGotha im Rahmen der freien Förderung. Im Rahmen des 1. BA 2000 sollte der Turm gesichert und instandgesetzt werden. Die Ausführung des 2. BA, Instandsetzung von Dach und Putz des Schiffes, war für den Sommer 2001 vorgesehen. |
| Ausführung | Noch Ende September 2000 begann die Sanierung des Kirchturmes mit finanzieller Unterstützung des Arbeitsamtes Gotha mit der Einrüstung des Kirchturmes. Nach Abnahme der Schieferdeckung und Schalung wurde das ganze Ausmaß der Schäden deutlich. Jahrelang eindringendes Regenwasser hatte Teile der Turm- konstruktion restlos zerstört. Im Zuge der zimmermannsmäßigen Instandsetzung der Konstruktion - hier wurde v.a. Wert auf traditionelle Holzverbindungen gelegt - wurde die sich stark neigende Turmhaube wieder aufgerichtet. Eine vollständige lotrechte Ausrichtung war nicht möglich, aber auch nicht beabsichtigt. Anfang November 2000 konnte die Kirchengemeinde das Knopffest feiern. Der 2. BA - Instandsetzung von Dachkonstruktion, Dacheindeckung und Außenputz - wurden die Fördermittel beim durch das Arbeitsamt Gotha kurzfristig bewilligt, die Arbeiten begannen im September 2001 und konnten nach umfangreichen Sanierungsarbeiten im Sommer 2002 abgeschlossen werden. |
| St. Marien in Sollstedt / Thüringen | |
Projekt |
Sanierung der St. Marien Kirche in Sollstedt / Thüringen ![]() |
| Bauherr | Ev. Kirchengemeinde Sollstedt, Beberstedter Straße
26, 99976 Horsmar, Herr Pfarrer Niemann |
| Bestand | Die Fachwerkkirche aus dem 17. Jahrhundert wurde um 1900
mit einem massiven Kirchturm ergänzt. Als Fachwerkkirche gehört St. Marien zu einem sehr seltenen Kirchentyp im Unstrut-Hainich-Kreis. |
| Problem |
Die als Einzeldenkmal ausgewiesene Kirche war vor allem im Turmbereich
schwer geschädigt. Ein Sturmschaden gab den |
| Zielstellung | Bei Abnahme des defekten Schieferbehanges in der Höhe
des Glockenstuhles deutete sich die ursprüngliche Konstruktion als
Sichtfachwerk an. Die originalen Farbbefunde gaben den Ausschlag zur Wiederherstellung. Der Turmaufsatz sollte neu verschiefert und mit einer neuen Spitze versehen werden. |
| Ausführung | Die Ausführung erfolgte von Juli bis Oktober 2000. Die Wiederherstellung der Stabilität wurde durch eine einwandfreie zimmermannsmäßige Instandsetzung in traditioneller Handwerks- technik gewährleistet. Obwohl die Zimmermannsarbeiten mehr Aufwand als erwartet erforderten, konnte der Kostenrahmen aufgrund von Einsparungen (Sichtfachwerk statt neuer Verschieferung) konsequent eingehalten werden. |
|
| St. Peter & Paul in Mühlhausen / Thüringen | |
Projekt |
Instandsetzung der Kirchenruine St. Peter & Paul in Mühlhausen/ Thüringen ![]() Die Ruine vor Beginn der Sanierungsarbeiten |
| Bauherr | Städt. Wohngesellschaft, Hauptmannstr. 7, Mühlhausen |
| Bestand | Das von Dominikanern ab 1289 erbaute Kloster mit der 1348
„Peter und Paul“ geweihten Klosterkirche war ehemals, nach
der Marien- und Divi-Blasii-Kirche, die drittgrößte Kirche in Mühlhausen. Sie gehörte zum Dominikanerorden, der dem Bischof Kristan von Samland den Hof als Bauplatz für das Kloster abkaufte. 1583 wurden Teile der Klausur und die Gewölbe der Klosterkirche abgebrochen. Durch den damaligen städtischen Bauhof wurde die Kirche als Lagerhaus sowie zum Gießen von Glocken und Kanonen genutzt. Im Jahre 1692 erfolgte die Abdeckung der Kirche. Nach Aufzeichnungen von 1763 galt die Ruine bereits als baufällig. Das Bild der Sellmanschen Chronik aus dem Jahre 1769 zeigt die Kirche zumindest schon ohne Gewölbe, Nordwand und Dach, also bereits auf die Mittelschiffsäulenbogen reduziert. Der Abbruch erfolgte in den Jahren zwischen 1775 und 1790. 1937 erfolgte die letzte Abtragung eines Teiles der südlichen Seitenschiffmauer zum Neubau des Steinweges Nr. 61. |
| Problem |
Die westliche Giebelwand bis zur Höhe der Seitenschiffwände
hat sich bis zum heutigen Tag erhalten. Wände des nördlichen
Anbaus über zwei Geschosse mit Gewölbeansätzen sind ebenso
vorhanden wie die Pforte im Süden. Ein hohes gotisches Fenster
in der Westwand mit Strebepfeiler, ein Mauerrest hinter Steinweg 60
mit unterem Teil |
| Zielstellung | Vorgesehen war eine schonende Sicherung der Ruinenteile
sowie eine umfassende Konservierung. Restaurierungsarbeiten und Ergänzungen
sollten auf ein notwendiges maß beschränkt werden. Im Zusammenhang
mit den genannten Arbeiten war die Gestaltung der vor der Ruine befindlichen
Freifläche geplant. |
| Ausführung | Zu Beginn der Maßnahme fand eine schonende Reinigung
im Partikelstrahlverfahren statt. Die Zusetzung nachträglicher Öffnungen
erfolgte, um die noch sichtbare und originale Mittelschifffenster- öffnung im Giebel wieder erlebbar zu machen. Die Mauerkrone wurde teilweise erneuert unter Beibehaltung des ruinösen Charakters und Beachtung der Wasserableitung, eine vollständige Abdeckung mit Mörtel und anderen Materialien erfolgte nicht. Die Fugen wurden teilweise mit einem auf das Mauerwerk abgestimmten Kalkmörtel erneuert, konnten aber auch in Teilen erhalten und gesichert werden. Absandende Bereiche wurden gefestigt, Schalen und Risse hinterspritzt und geschlossen. Vernadelungsarbeiten konnten auf ein Minimum beschränkt werden. Die Freifläche vor der Ruine wurden vollständig beräumt und erhielt einen Travertinsplittbelag. Innerhalb des Splittbelages wurden die Fundamente der Mittelschiffspfeiler (z.T. befundlich gesichert) dargestellt. |
Fertigstellung Juli 2003 |
| St. Trinitatis in Altengottern / Thüringen | |
Projekt |
Denkmalpflegerische Instandsetzung der Kirche St. Trinitatis in Altengottern/ Mühlhausen Die Außenfassade soll in den kommenden Jahren saniert werden |
| Bauherr | Ev. Kirchgemeinde Altengottern, Pfarrer Reißland,
Pfarrer Cremer |
| Bestand | In den Dimensionen einer Stadtkirche bestimmt die Kirche
St. Trinitatis den Ortseingang von Altengottern in Zusammenhang mit dem
sich in der Nähe befindlichen Schloß und Gutshaus. Aufgrund
der Lage innerhalb des Schloßbezirkes wird die Kirche im Volksmund
auch "Schloßkirche" genannt. Die einschiffige, von einer Holztonne überwölbte barocke Saalkirche von 1679/ 84 endet im Osten in einem 3/8 .- Polygon - Schluß. Hinter der Westwand schließt sich der wuchtige Turm aus Muschelkalk - Bruchsteinmauerwerk an. Dem Stil nach handelt es sich hierbei um den spätgotischen Turm eines Vorgängerbauses, auf dessen Grundmauern das barocke Schiff errichtet wurde. |
| Problem | Die einstmal reichhaltige barocke Innenausstattung (sogen.
"Palmenkirche") wurde das Opfer des Dacheinsturzes 1988, bei
dem die Dachkonstruktion, Holztonne, Emporen, Kanzelaltar und Bestuhlung
sowie weitere Ausstattungsgegenstände fast vollständig zerstört
wurden. In den letzten Jahren (seit 1990) konnte die Gemeinde mit Hilfe
umfangreicher Fördermittel u.a. der Deutschen Stiftung Denkmalschutz,
des Landesamtes für Denkmalpflege und umfangreicher Eigenleistungen
und Spenden (insgesamt 580.000 DM!) das durch den Einsturz von Dach und
Holztonne baufällig gewordene Kirchenschiff wieder instandsetzen. |
| Zielstellung | Ziel der Kirchengemeinde war die Fertigstellung aller Maßnahmen
zur Gestaltung des Innenraumes. Dies beinhaltete die komplette Ausmalung
der Kirche entsprechend den zuvor gesicherten Befunden sowie den Einbau
eines neuen keramischen Fußbodenbelages. |
| Ausführung | Bis zum Erntedankfest 2001 konnten alle Baumaßnahmen
im Zuge der Innengestaltung mit umfangreichen Fördermitteln des Arbeitsamtes
und Eigenmitteln/ Eigenleistungen der Gemeinde abgeschlossen werden. Die
Kirche wird künftig als Konzert- und Ausstellungsraum aber auch für
gottesdienstliche Zwecke genutzt. Für die kommenden Jahre wurden weitere
Fördermittelanträge gestellt für die Sanierung des Außenbaues
(Außenputz). |
![]() Der Innenraum kurz vor Abschluß der Arbeiten |
| St. Anna Kirche in Haynrode / Thüringen | |
Projekt |
Instandsetzung der St. Anna Kirche in Haynrode/ Eichsfeldkreis ![]() Die Kirche vor Beginn der Sanierungsarbeiten |
| Bauherr | Ev. Kirchspiel Haynrode, Kirchstr. 6, 37339 Haynrode |
| Bestand | Die im Jahre 1590 durch den Baumeister Hans Kilian aus Sollstedt
erbaute Renaissancekirche wird in ihrer formalen Ausprägung durch
epochale Überlagerungen des Barock und Klassizismus bestimmt. Ursprünglich
war der Sakralbau, wie viele Kirchen des 16. Jahrhunderts dem „Apostel der Deutschen“, dem heiligen Bonifatii geweiht. Als einfache Saalkirche mit 5/8 Chorschluss erbaut zeigen insbesondere die Holzarbeiten mit dem geschnitzten runden Taustabprofil typischen Renaissanceformen an. Im Jahre 1690 wurde zum Einbau eines geschnitzten Kanzelaltares die Konstruktion des Daches verändert, die ehemalige Sparrendachkonstruktion wurde zerstört, um eine hölzerne Tonne anstelle der alten Holzbalkendecke einzuziehen. Auch auf das Jahr 1690 wird der Turmaufsatz, eine „Eichsfelder Haube“ datiert. |
| Problem |
Das ehemals unverschiebliche Dreieck des Sparrendaches war durch
den Einbau des Kanzelaltares nicht mehr wirksam, der Sparrenschub wurde
auf die Mauerkrone übertragen, die Abweichungen in der Bauflucht
betrugen bereits über 40 cm. Starke Ausbauchungen im Mauerwerk
zeugten von der Überlastung, das zweischalige |
| Zielstellung | Nach der Sicherung des Mauerwerkes und der Dachkonstruktion sollte ein auf den historischen Bestand ausgerichteter Putzmörtel mit Ziegelsplittanteil das Mauerwerk vor weiterem Feuchteeintrag schützen. |
| Ausführung | Insgesamt wurden ahistorische Maßnahmen minimiert,
auch um Kosten zu sparen. Nicht das technisch Mögliche wurde in den Vordergrund gestellt, sondern das technisch Notwendige. Im 1. Bauabschnitt des Jahres 2001 wurden schrägliegende Zugbänder im Dachbereich eingezogen, um die Schubwirkung der Sparren auf das Mauerwerk abzufangen. Im 2. Bauabschnitt des Jahres 2002 wurde nach der Instandsetzung des Mauerwerkes mit artgleichem Material und Einzelvernadelungen ein zementfreier Putz unter der Handzugabe von Ziegelsplitt und Ziegelmehl aufgebracht. Die Zielstellung des Sanierungsvorhabens konnte durch die Maßnahmen vollständig erreicht werden, der definierte Kostenrahmen wurde eingehalten. |
Fertigstellung Juli 2003 |
| St. Martini in Reiser / Thüringen | |
Projekt |
Sanierung der Kirche St. Martini in Reiser / Thüringen |
| Bauherr | Ev. Kirchengemeinde Reiser |
| Bauzeit | Herbst 2001 bis Dezember 2003 |
| Bestand | Die Pfarrkirche in Reiser wurde 1693 unter Verwendung mittelalterlicher
Bauteile errichtet. Sie wies aufgrund jahrzehntelangen Sanierungsstaues
eine Vielzahl von z.T. gravierenden Bauschäden auf. Neben Putzschäden
an der Außenfassade, Hohlräume im Mauerwerk und Schäden
an tragenden Holzkonstruktionen waren Fenster, Türen und Schalläden
stark reparaturbedürftig. |
| Ausführung | Im Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen von Kommune und Kirchengemeinde
begannen im Herbst 2001 die Instandsetzungsarbeiten an der Pfarrkirche
St. Martini. Mit Fördermitteln aus dem Etat des Landesamtes für Denkmalpflege Erfurt, des Thüringer Landesprogrammes für städtebauliche Sanierungsmaßnahmen, der Kirchengemeinde Reiser, des Arbeitsamtes Mühlhausen, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Gemeinde Unstruttal konnten die Arbeiten in 2 Bauabschnitten ausgeführt werden. Nach Abschluß aller statischen Sicherungsmaßnahmen am Westgiebel sowie der umfangreichen Instandsetzung der von Hausschwamm befallenen Dachkonstruktion erhielt die gesamte Kirche nach Befund einen der Farbe der Turmhaube entsprechenden eingefärbten Putz, die Fenster- und Türgewände wurden repariert und in einer hellgrauen Steinlasur neu gefaßt. Die alte, gut erhaltene Dacheindeckung wurde durchrepariert, der First neu verstrichen, die Ortgänge überarbeitet. Im Innenraum wurde eine moderne Stahl – Glaskonstruktion zur Abtrennung der Winterkirche eingebaut. Insgesamt flossen ca. 140.000 EUR in die Instandsetzung der Kirche. |
![]() |
| St. Georg in Wallrode / Thüringen | |
Projekt |
Sanierung Kirche St. Georg in Wallrode/ Thüringen
|
| Bauherr | Ev. Kirchspiel Wallrode, Pfarrer Sehling |
| Bauzeit | Herbst 2001 bis 2002 |
| Ausführung | Die Sanierungsmaßnahmen an der St. Georg Kirche in
Wallrode bezogen sich auf Sicherungs- und Putzarbeiten am Mauerwerk sowie
Zimmereiarbeiten am Kirchturm mit abschließender Neuverschieferung. Insgesamt wurden ahistorische oder unnötige Maßnahmen minimiert, auch um Kosten zu sparen und die Authentizität zu wahren . Nicht das technisch Mögliche wurde in den Vordergrund gestellt, sondern das technisch Nötigste. Der Putz wurde mit zementfreiem Kalk unter der Handzugabe von Ziegelsplitt und Ziegelmehl hergestellt. Der dreilagige Aufbau umfasste den fugenfüllenden Egalisiermörtel, den Unterputz als reiner Spritzer und den Oberputz als pergamentartig aufgebrachte Schutzhaut. Der Mörtel wurde angeworfen, abgekellt und nur mit der Kelle möglichst sauber abgezogen Der Putz entspricht von seiner handwerklichen Ausführung und Textur barocken Vorbildern. Die Färbung wurde durch den Ziegelmehlzuschlag und organische Pigmente erzielt. Die Zielstellung des Sanierungsvorhabens konnte durch die Maßnahmen vollständig erreicht werden. Nach vollständiger Instandsetzung der Holzkonstruktion in zimmermannsmäßiger Tradition wurde der Turmhelm in altdeutscher Deckung neu verschiefert. |